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Tag des offenen Denkmals : 291 offene Denkmäler in Hamburg und SH

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Ein Bewusstsein für Denkmalschutz: Das ist das Ziel beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag. Unter dem Motto „Farbe“ können Besucher bundesweit 7500 Bauwerke besichtigen.

Ob Madonna der Meere in Hamburg, Invalidensäule in Berlin oder Walhalla bei Regensburg: Am Sonntag öffnen bundesweit 7500 Denkmäler ihre Türen für Besucher – bei freiem Eintritt. Eröffnet wird der Tag des offenen Denkmals in Hamburg im Rathaushof. „Wir wollen ein Bewusstsein für Denkmalschutz schaffen“, sagte Carolin Kolhoff, Referatsleiterin bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Bonn, die den Tag seit 1993 koordiniert, der Nachrichtenagentur dpa. Das Motto in diesem Jahr: Farbe. Besucher können bei Führungen erfahren, wie sie früher hergestellt wurde oder wie Archäologen an Verfärbungen im Boden das Alter eines Denkmals erkennen.

In Schleswig-Holstein können rund 180 Denkmäler in besichtigt werden, in Hamburg sind es 111. Passend zu dem Motto ist unter anderem das Esszimmer im ehemaligen Haus des Künstlers Wenzel Hablik (1881-1934) in Itzehoe zu besichtigen. Hier wurde im vergangenen Jahr eine der bedeutendsten raumkünstlerischen Arbeiten der 1920er Jahre in Norddeutschland wiederhergestellt. Auch die ehemalige Handelslehranstalt in Flensburg besticht durch ihre Farbe; im Inneren werden derzeit die expressionistischen Ausmalungen wiederhergestellt. In Hamburg können Besucher das ehemalige Gefängnis im Stadtteil Wandsbek besuchen, dessen historische Farbfassung in den Innenräumen restauriert wurde, oder auch das ehemalige „Spiegel“-Gebäude mit Schwimmbad. Die Farbe des Backsteins erläutert eine Architekturhistorikerin auf einem Rundgang durch die Hamburger Neustadt.

„Denkmäler kosten viel Geld, denn der Zahn der Zeit nagt an jedem Objekt“, sagte Kolhoff. Bis zu vier Millionen Besucher haben in den vergangenen Jahren am Tag des offenen Denkmals teilgenommen. „Er ist damit die erfolgreichste Kulturveranstaltung in Deutschland“, sagte Kolhoff. Es sei wichtig, ein Bewusstsein für das kulturelle Erbe zu schaffen. „Denn in Zeiten knapper Kassen wird meist bei der Kultur gespart.“ 1993 waren erst 3500 Denkmäler geöffnet, seitdem habe sich der Tag „prächtig“ entwickelt.

Etwa eine Million Denkmäler gebe es schätzungsweise bundesweit, sagte Ursula Schirmer, Pressesprecherin der Stiftung. Dabei unterschieden sich die jeweiligen Bundesländer stark in ihrem Engagement für den Denkmalschutz. Denn der ist Sache der Länder. „Da gibt es reiche und weniger reiche und kulturinteressierte und weniger kulturinteressierte Länder“, sagte Schirmer. Mecklenburg-Vorpommern habe im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen zum Beispiel viele Probleme mit der Renovierung seiner Denkmäler.

Deutschlandweit seien zwar nur wenige Gebäude vom Verfall bedroht. „Aber es ist wie bei jedem Haus, man muss kontinuierlich dranbleiben.“ Dafür sei der Tag des offenen Denkmals eine Chance: Handwerker, Restauratoren, Architekten könnten zeigen, wofür sie Spenden benötigen. Denkmalschutz sei auch Wirtschaftsförderung. Jeder, der möchte, könne im Vorfeld sein Denkmal bei der Stiftung anmelden und Führungen anbieten. „Es ist die größte Veranstaltung, die von bürgerlichem Engagement getragen wird“, sagte Schirmer.

Die Idee zum Tag des offenen Denkmals hatte 1984 der damalige französische Kultusminister Jack Lang. In der Bevölkerung kam sie so gut an, dass viele europäische Länder ebenfalls begannen, ihre Denkmäler für einen Tag kostenfrei zu öffnen. 1991 initiierte der Europarat die sogenannten „European Heritage Days“, bei denen an einem Wochenende im September auch bisher unbekannte Denkmäler geöffnet und Expertenführungen angeboten werden. Inzwischen sind 50 Länder beteiligt, darunter Aserbaidschan und die Türkei.

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erstellt am 11.Sep.2014 | 07:00 Uhr

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