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#dada100 auf Twitter und Facebook : 100 Jahre Dada: Das steckt hinter der Kunstbewegung

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Kunstbewegung Dada feiert ihren 100. Geburtstag. Doch wofür steht sie? Fragen und Antworten zum Thema.

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2016 | 11:50 Uhr

Am 5. Februar 2016 feiert sie ihren 100. Geburtstag - die Kunstbewegung Dada, die während des Ersten Weltkriegs für viel Aufregung in der bürgerlichen Gesellschaft sorgte. Am Freitag wird gefeiert. Und niemand wundert sich über Bügelbretter in der Twitter-Timeline.

Aber warum eigentlich? Fragen und Antworten zum Dadaismus in der Übersicht:

Was ist Dada?

Dada war eine Bewegung in der Kunst, Musik und Literatur zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie wurde im Jahr 1916 - also während des Ersten Weltkriegs - unter anderem von Hugo Ball und Hans Arp in der Schweiz gegründet.

Wie sah die Dada-Kunst aus?

Die Dada-Werke unterschieden sich radikal von allem, was es bis dahin gegeben hatte - statt Wörter enthielten die Gedichte Laute, Bilder setzten sich aus Einzelteilen in Collagen zusammen. Die zunehmende Abstraktion in der Kunst zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte mit dem Expressionismus zwar schon den Grundstein für die Entwicklung gelegt - die Dadaisten trieben sie jedoch auf die Spitze.

Gut erkennbar ist das beispielsweise in Gedichten: Das, was vorher als schön galt wie regelmäßige Reime und Rhythmen, verlor zunehmend an Bedeutung. Die Dadaisten wie der Künstler Kurt Schwitters gingen am Ende so weit, dass sie nicht nur Sätze in Wörter, sondern auch noch Wörter in Silben und die wiederum in einzelne Laute zerlegt haben. Ein inhaltlicher Sinn, wie ihn die Leser bis dahin gewohnt waren, ging in ihren Gedichten verloren.

Was wollten die Künstler damit erreichen?

Mit ihrer Kunst wollten sich die sogenannten Dadaisten auflehnen - gegen die bürgerliche „schöne“ Kunst, aber auch gegen den allgegenwärtigen Militarismus und vorherrschende Normen und Werte. Dass sich die Bewegung während des Krieges gründete, ist also kein Zufall. Mit ihren Werken, die sich radikal von dem Vorherigen unterschieden und offensichtlich ohne Regeln auskamen, übten sie Kritik an der geordneten Gesellschaft. Für die war die Kunst der Dadaisten skandalös.

Was kam danach?

Dier Hype um die Dadaisten flaute bereits in den 1920er Jahren wieder ab - was aber nicht bedeutet, dass sie keinen Einfluss auf die Kunst danach gehabt hätten. So haben die Künstler beispielsweise den Weg für den Surrealismus bereitet. In den 50er Jahren wurde auch der Dichter Ernst Jandl durch sprachspielerische Gedichte bekannt. Ein bekanntes Beispiel ist das Gedicht „Ottos Mops“, das man von Jandl gelesen bei Youtube nachhören kann.

Übrigens: Der Freundeskreis-Song „A-N-N-A“ zitiert das Gedicht des Dadaisten Kurt Schwitters „An Anna Blume“ aus dem Jahr 1919. Darin heißt es: „Anna Blume, Anna, A----N----N----A! / Ich träufle Deinen Namen. / Dein Name tropft wie weiches Rindertalg. / Weißt Du es Anna, weißt Du es schon / Man kann Dich auch von hinten lesen.“

Die Band Freundeskreis wurde mit ihrer Neuauflage 1996 bekannt:

Wer waren die wichtigsten Vertreter der Kunstströmung?

Hans Arp, Hugo Ball und Kurt Schwitters wurden schon genannt. Bekannt sind außerdem die Künstler Otto Dix, Max Ernst, Raoul Hausmann und Marcel Duchamp.

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