Kaninchenschlachten in der Schule? : Kommentar: Es geht auch weniger erschreckend

Ein Kaninchen vor den Augen zehnjähriger Kinder zu schlachten, die zu dem Tier noch eine Beziehung aufbauten, verurteilt shz.de-Redakteur Hauke Mormann.

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31. März 2011, 08:23 Uhr

Es ist sicherlich richtig, dass Kindern nicht verheimlicht werden sollte, wie Fleisch auf den Teller kommt und dass es nicht auf den Bäumen wächst. Für einen Braten müssen Tiere sterben. Die Frage ist aber die Art der Vermittlung dieses Wissens. Muss es direkt vor den Augen junger Schüler sein? Muss es ein Tier sein, das viele Kinder als kuscheliges Haustier kennen und vielleicht sogar selbst zu Hause haben? Und als wäre das nicht genug: Warum dürfen die Kinder das Kaninchen noch streicheln, bevor es mit einem Hammer betäubt und ihm die Kehle durchgeschnitten wird? Eine fragwürdige Pädagogik, mit der zu Recht auch das Bildungsministerium seine Probleme hat.
Die Realität kann Kindern auch schonender beigebracht werden. Über Fotos oder Videos erhalten Zehn- und Elfjährige auch einen Eindruck davon, wie Tiere geschlachtet werden. Sie müssen es nicht hautnah miterleben. Sie können Augen und Ohren zuhalten, bauen aber nicht erst noch eine persönliche Beziehung zu dem Lebewesen auf, bevor es stirbt - wie in Ratekau geschehen. Die psychische Belastung für die Kinder dürfte dabei wesentlich geringer sein.

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