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Film : Zu Hause bei Paris Hilton: Sofia Coppolas «The Bling Ring»

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Wie sieht es wohl bei Paris Hilton zu Hause aus? Viel Pink? Unmengen an Klamotten und Schuhen? Übertriebener Luxus, wohin man nur schaut? Richtig! Für den Film «The Bling Ring» hat die Millionenerbin, um die es in der jüngsten Vergangenheit erstaunlich ruhig geworden ist, die Türen in ihre Luxuswelt aus Glitzer geöffnet.

shz.de von
erstellt am 19.Aug.2013 | 00:24 Uhr

Sie hat ein Filmteam hereingelassen in ihr Haus in Hollywood, in der nicht nur die Wände mit Selbstporträts geschmückt sind. Es war das Team von Regisseurin und Oscar-Preisträgerin Sofia Coppola («Lost in Translation»), die in dem Film eine fast unglaubliche Geschichte erzählt, die allerdings tatsächlich auf einer wahren Begebenheit beruht: Vor einigen Jahren zog eine Gruppe Jugendlicher durch die Villen der Hollywood-Stars - und raubte sie aus. «The Suspects Wore Louboutins» hieß ein Artikel in der «Vanity Fair», der Coppola auf die Geschichte aufmerksam machte.

«Die Verdächtigen trugen Louboutins», die unverschämt teuren Schuhe mit der berühmten roten Sohle. Coppola bringt nun ihre Version dessen, was damals geschah, auf die Leinwand. Und die sieht so aus: Der Außenseiter Mark (Israel Broussard) ist neu an der High School und unendlich froh, als die coole Rebecca (Katie Chang) ihm die Ehre erweist, mit ihm rumzuhängen. Weil aber selbst ausschweifende Hollywood-Parties, Schule schwänzen und das Kiffen am Strand für das hübsche Mädchen auf Dauer viel zu langweilig sind, kommt sie auf immer neue Ideen, der Trostlosigkeit ihres Daseins Abhilfe zu schaffen. Erst überredet sie Mark, Autos zu knacken, dann, in das Haus eines reichen Bekannten einzubrechen.

Dann fällt ihr etwas ein, was den ultimativen Kick bringen könnte: Sie will in die Häuser der Hollywood-Stars eindringen. Mark ist dabei - ebenso wie Rebeccas Freundin Nicki (Emma Watson) und deren Adoptivschwester Sam (Taissa Farmiga). Im Internet bringen sie mit ein paar Klicks wie über Facebook in Erfahrung, welcher Star sein Haus gerade alleingelassen hat, um Filme zu drehen, zu verreisen, oder einfach irgendwo zu feiern. Und dann geht es los: Die Truppe überwindet die erstaunlich leicht zu überwindenden Sicherheitsvorkehrungen und bedient sich in den Schränken und an den Juwelen-Vorräten der Promis.

Das Diebesgut tragen sie entweder selbst zur Schau oder sie verkaufen es an den schmierigen Promoter Ricky (Ex-Bush-Frontmann und Gwen-Stefani-Gatte Gavin Rossdale). Nur Paris Hilton hat ihr Haus dafür zur Verfügung gestellt. Wie es beispielsweise im Film bei Orlando Bloom und seiner Frau Miranda Kerr aussieht, entspringt allein der Fantasie Coppolas. Die Eltern der jungen Leute sind ahnungslos. Die stärksten Szenen des insgesamt schon sehr unterhaltsamen und rasanten Films sind die, in denen Mutter Laurie (Leslie Mann) ihre Töchter mit Heimunterricht von den Versuchungen des Lebens fernzuhalten versucht: Da wird die Faszination einer Angelina Jolie anhand einer Collage erklärt.

Emma Watson, als Harry Potters beste Freundin Hermine berühmt geworden, zeigt in dem Film, dass sie auch anders kann. Sexy, lasziv, kalt und berechnend lässt sie allerspätestens jetzt das Image der braven Zauberschülerin hinter sich. Sie spielt die Rolle der Nicki so wie einst Sarah Michelle Gellar in dem Kultfilm «Eiskalte Engel»: Tugendhafte Fassade, Boshaftigkeit dahinter. Nicht nur Watsons Auftritt macht aus «The Bling Ring» einen Film, der ähnlichen Kultstatus erreichen könnte.

The Bling Ring

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