Film : «Viel Geld für billige Promo» - Bully und sein «Buddy»

Michael «Bully» Herbig meldet sich im Kino zurück.
Foto:
Michael «Bully» Herbig meldet sich im Kino zurück.

13 Jahre ist es jetzt her, dass Michael (Bully) Herbig Filmgeschichte schrieb und mit «Der Schuh des Manitu» einen Kult-Streifen auf die Leinwand brachte, einen der erfolgreichsten deutschen Film aller Zeiten.

shz.de von
18. November 2013, 14:47 Uhr

Heute ist Herbig 45 Jahre alt und hat einige Flops verdauen müssen. Der Helmut-Dietl-Film «Zettl», in dem Herbig die Hauptrolle spielte, floppte grandios bei Kritikern und an der Kinokasse, und auch «Hotel Lux» war alles andere als ein großer, kommerzieller Erfolg. Bei «Buddy», dem ersten Film seit Jahren, bei dem Herbig wieder alles macht - vom Drehbuch über die Regie bis hin zum Spielen der Titelrolle - soll nun alles anders werden.

Darum hat Herbig nun die Werbetrommel angeworfen. Sechs Wochen vor dem Kinostart an Weihnachten reist er mit seinen Darstellern durch die Republik, um seinen Film zu zeigen. Am Montag standen München und Hamburg auf dem Programm, an diesem Dienstag dann Berlin. Und die Zeit bis zum Kinostart nutzt er, um auch im Fernsehen ordentlich Rummel zu machen. Am Montag startete bei ProSieben die Sitcom «Bully macht Buddy», die wohl nicht die, aber eine Entstehungsgeschichte des Films erzählt - jeden Montag bis Weihnachten.

Der Sechsteiler, für den Herbig nach Jahren auch wieder mit seinem Kumpel aus der «Bullyparade», Rick Kavanian, vor der Kamera steht, wird nach US-Vorbild vor Live-Publikum produziert. Die letzte Folge soll einen Tag vor Heiligabend laufen, am 25. Dezember folgt dann «Buddy» auf großer Leinwand.

«Die Idee plumpste förmlich so aus meinem Kopf», sagt Herbig am Montag bei der Münchner Präsentation. «Klar kann man jetzt sagen, es ist ne billige Promo, aber es ist ziemlich teuer für eine billige Promo.» Sehr lustig sei das, sagt Herbig. «Ganz ehrlich.»

In der Folge, die in der kommenden Woche ausgestrahlt wird, soll beispielsweise Elyas M'Barek auftreten, der gerade als Lehrer mit - vorsichtig ausgedrückt - ungewöhnlichen pädagogischen Methoden in dem Film «Fack ju Göhte» Furore macht. «Er schnappt mir da die Kohle weg für "Fack ju Göhte 2"», sagt Herbig.

Das ist in dem Moment vor allem ein Gag, aber ein Quäntchen Wahrheit steckt schon drin. Denn ein Selbstläufer ist alles, was Bully anfasst, nicht mehr. Die Zeiten, in denen er mit der «Bullyparade» und den Kino-Ablegern «Schuh des Manitu», «Traumschiff Surprise» oder «Lissy und der wilde Kaiser» vor allem unter jungen Leuten Kult war, sind vorbei.

Jetzt soll der Erfolg mit «Buddy» zurückkommen und dafür wagt Bully sich auf bislang unbekanntes Terrain - zumindest für ihn. Denn sein neuer Film ist alles andere als die Parodie, die seine Fans der ersten Stunde vielleicht von ihm erwarten würden. Es ist eine streckenweise durchaus berührende romantische Komödie geworden, wie man sie allerdings schon öfter mal gesehen hat.

«Eine "Buddy"-Komödie schwebte mir immer schon mal vor», sagt Herbig. «Und dann kam dieser Gedanke mit dem Schutzengel. Den fand ich ganz schön - aber nicht neu.» Und so ist die Titelfigur des Films, die Herbig auch selbst spielt, so etwas wie ein Schutzengel in Ausbildung. «Man wünscht sich ja immer einen Schutzengel - aber was ist, wenn es einer ist, der es nicht kann?»

«Buddy» (englisch für Kumpel) muss dem schwerreichen Sprudel-Erben Eddie (Alexander Fehling) unter die Arme greifen. Der versäuft das Geld seines Vaters, hurt herum und hat seinem Leben an Inhalt ansonsten nicht viel hinzuzufügen. Das ruft den Schutzengel auf den Plan, der einen solchen auch noch hat: Er will ihn mit einer alleinerziehenden Altenpflegerin (Mina Tander) verkuppeln - Ausgang einigermaßen vorhersehbar, Anleihen in klassischen Hollywood-Schmonzetten inklusive.

Ein Neubeginn sei das für ihn nicht, sagt Herbig. «Man macht die Filme, auf die man Lust hat. Der "Schuh des Manitu" ist ja inzwischen 13 Jahre her. Das vergisst man nur, weil der ständig im Fernsehen läuft.» Der sei damals genau der Film gewesen, die er habe machen wollen. «Buddy» passe aber jetzt, in etwas gesetzterem Alter, besser. «Ich bin jetzt auch 45.»

Infos zum Film

Mehr zur Sitcom

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen