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Film : Schräger Roadtrip mit Aniston: «Wir sind die Millers»

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Die Millers sind eine schräge Familie. Kein Wunder, in Wirklichkeit kennen sich die «Eltern» David und Rose und die «Geschwister» Casey und Kenny kaum. Gegen Geld gaukeln sie eine amerikanische Familienidylle vor. Die Scheinfamilie will Drogen aus Mexiko in die USA schmuggeln.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2013 | 13:03 Uhr

Der kleine Marihuana-Dealer David (Jason Sudeikis) steckt in der Klemme. Für den großspurigen Drogenlieferanten Brad (Ed Helms) nimmt er deinen gefährlichen Schmuggelauftrag an. Davids Nachbarin Rose (Jennifer Aniston) ist ihren Stripper-Job satt. Für Geld will sie zur Abwechslung Gattin und Mutter spielen. Auf der Straße greifen sie die Ausreißerin Casey (Emma Roberts) auf. Zum Familienglück fehlt nur noch Bruder Kenny, ein scheuer, unbeholfener Teenager (Will Poulter).

Rose tauscht den G-String und die platinblonde Stripper-Perücke gegen bunte Caprihosen und einen blonden Pferdeschwanz ein. David trimmt die Haare auf aalglatt, Casey legt den Nasenring ab. Auf geht's zum Campingurlaub nach Mexiko. Das komplette Chaos ist vorprogrammiert.

«Wir sind die Millers» ist keine «Familien»-Komödie, sondern ein vulgäres Roadtrip-Abenteuer, das voll unter die Gürtellinie geht. Mrs. Miller legt einen flotten Striptease hin, um die wütenden Drogenbarone abzulenken. Aniston macht dabei eine gute Figur, wagt aber nur halbe Sachen. Auf völlig nackte Haut lässt sich Hollywoods neues «Bad Girl» nicht ein. Dafür lässt Kenny die Hosen fallen, als eine Tarantel in seine Weichteile beißt. Kein schöner Anblick.

US-Regisseur Rawson Marshall Thurber trägt dick auf. Nach seiner durchaus witzigen Erstlingskomödie «Voll auf die Nüsse!» (2004) verflachen die «Millers» zu einer anzüglichen und völlig vorhersehbaren Farce. Mit vulgärem Humor werden Klischees von korrupten Cops und Spießbürgern breit getreten. Gleich vier Drehbuchautoren, Steve Faber und Bob Fisher («Die Hochzeits-Crasher») und Sean Anders und John Morris («Hot Tub - Der Whirlpool... ist 'ne verdammte Zeitmaschine!»), mühen sich mit oft absurden Dialogen ab.

Die Autoren belassen es nicht konsequent beim kruden Humor. Sie geben noch eine deftige Portion Herz und Tiefgang dazu. Denn am Ende wünscht sich die Scheinfamilie nichts sehnlicher, als eine «echte» Familie zu sein.

Schneidet man die «Miller»-Höhepunkte zusammen, kommt man bestimmt auf eine viertel Stunde spaßige Situationskomik. Doch auf einer Laufzeit von 110 Minuten zieht sich das Roadmovie quälend in die Länge.

Sudeikis und Aniston, die sich bereits von den Komödien «Kill the Boss» und «Der Kautions-Cop» kennen, hatten zumindest bei den Dreharbeiten richtig Spaß. Im Abspann des Films laufen lustige Outtakes mit Versprechern, Gags und Improvisation. Mehr von dem spontanen Talent der Comedy-Stars hätte den Millers bestimmt gut getan.

Wir sind die Millers

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