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Neuer Ghostbusters-Film : Mit 65 wieder auf Geisterjagd - Bill Murray ist nicht zu bremsen

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Billy Murray gibt nach. Mit 65 Jahren tritt er für eine weibliche „Ghostbusters“-Fortsetzung vor die Kamera. Die „Mädels“ hätten ihn überzeugt. Der Hollywood-Sonderling im Rentenalter ist nicht zu bremsen.

shz.de von
erstellt am 20.Sep.2015 | 15:12 Uhr

Los Angeles | Bill Murray ist schwer zu erreichen. Seine Manager und Sprecher hat er vor Jahren gefeuert. Nur ein Anwalt ist als Kontaktperson für den Schauspieler in einer Celebrity-Datenbank gelistet. Auf ein Feedback zur Anfrage, wie Murray an diesem Montag seinen 65. Geburtstag feiert, wartet man vergeblich.

Auch Kollegen müssen sich verrenken, wenn sie Murray Filmrollen anbieten wollen. Drehbücher lässt sich der publicityscheue Star an sein Postfach schicken. Ein Handy habe er sich nur zugelegt, um für seine sechs Kinder erreichbar zu sein. Auf moderne Technik stehe er sonst nicht, betont Murray in seltenen Interviews.

Regisseurin Sofia Coppola musste ihren berühmten Vater Francis Ford Coppola einspannen, um Murray für ihr „Lost in Translation“-Skript zu gewinnen. Die Rolle des alternden Filmstars, der in Tokio einen Whiskey-Werbespot dreht, hatte sie Murray auf den Leib geschrieben. Scarlett Johansson spielt die einsame Ehefrau eines viel beschäftigten Fotografen, die dem Altstar den Kopf verdreht.

Einen Oscar hätte Murray für „Lost in Translation“ allein dafür verdient, wie er, ohne eine Miene zu verziehen, mit stoischem Narbengesicht und trockenem Humor die Zuschauer zum Lachen und zum Weinen bringt. Doch er verpasste seine bisher einzige Chance auf Gold in der Oscar-Nacht 2004, als Sean Penn mit Clint Eastwoods Gesellschaftsdrama „Mystic River“ seinen ersten Oscar gewann.

Wie Penn ist auch Murray ein Hollywood-Außenseiter, ein Sonderling wie seine oft schrägen Film-Charaktere. Und dabei liebenswert und umschwärmt. Scharen von Fans kleben als Liebesbeweis Bill-Murray-Sticker auf ihre Autofenster. Murray ist das prominente Aushängeschild der Webseite TheChive.com, die das markant-verlebte Gesicht des Stars als Aufkleber oder auf T-Shirts und Tassen vermarktet.

Die üblichen Regeln im Filmgeschäft gelten für Murray nicht. Zu  Premieren taucht er nur auf, wenn es ihm passt. Für Überraschungen ist der Komiker mit der unwirschen Miene immer gut. Im Mai war er Star-Gast bei David Lettermans letzter „Late Night“-Talkshow. Im Overall und mit Schutzbrille kletterte er aus einer riesigen Torte. Von klebrigem Zuckerguss überzogen mischte er sich unter die Zuschauer und kippte im Interview eine halbe Flasche Wodka hinunter.

Murray war 33 Jahre zuvor auch Gast in Lettermans erster Sendung. Da war er schon als Komiker aus der Comedyshow „Saturday Night Live“ bekannt, die auch Dan Aykroyd, John und James Belushi sowie Eddie Murphy berühmt machte. In seiner ersten größeren Filmrolle kämpft er als Rasenpfleger auf einem Golfplatz gegen Maulwürfe an. „Caddyshack“ (1980) über die Maroden reicher Golfspieler wurde von Harold Ramis inszeniert. Der schrieb vier Jahre später das Drehbuch für „Ghostbusters - Die Geisterjäger“, Ivan Reitman brachte den Klamauk über drei Wissenschaftler (Murray, Dan Aykroyd und Ramis), die eine Firma zur Geisterbekämpfung gründen, auf die Leinwand. 1989 schlug Murray als Geisterjäger noch einmal zu.

Für „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (1993) stand Ramis wieder hinter der Kamera, während Murray den arroganten TV-Wetterfrosch Phil mimt, der jedes Jahr über den „Groundhog Day“ aus Punxsutawney berichten muss und es hasst.

Es dauerte eine Weile, bis Hollywood ihm Rollen gab, die nicht nur zum Lachen waren. In „Broken Flowers“ von Jim Jarmusch glänzt Murray als verblühter, wortkarger Frauenheld. Seit 1998 drehte er viermal mit dem Regie-Wunderkind Wes Anderson, darunter „Rushmore“, „Die Tiefseetaucher“ und „Grand Budapest Hotel“.

Zuletzt verwandelte sich Murray in der Tragikomödie „St. Vincent“ von einem versoffenen Einzelgänger in einen Ersatzvater für einen Nachbarjungen.

Seit über 25 Jahren hoffen Murrays Fans, dass er noch einmal zum Geisterjäger wird. „Ich habe ernsthaft viele Jahre darüber nachgedacht“, verriet der Star im August dem Entertainment-Portal „Vulture.com“. Nun hat er sich von Komikerinnen wie Kristen Wiig und Melissa McCarthy überzeugen lassen. „Ich mag diese Mädels wirklich sehr“, da habe er einfach nicht Nein sagen können. Es ist offiziell: Murray hat einen Cameo-Auftritt in der „Ghostbusters“-Fortsetzung mit einem rein weiblichen Geisterjäger-Team. Über seinen Part wollte er aber nichts verraten. Also Geduld bis zum geplanten Kinostart im Sommer 2016.

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