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Film : Kinomärchen: «Hasta la Vista, Sister!»

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Vor neun Jahren zeigte die irische Schauspielerin Eva Birthistle in «Just a Kiss» und unter der Regie von Star-Regisseur Ken Loach auf komödiantische Art, wie unsinnig Vorurteile gegenüber Menschen anderer Kulturen sind.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2013 | 13:03 Uhr

In ihrem neuen Film, der kubanisch-britischen Komödie «Hasta la Vista, Sister!» geht es gelegentlich ebenfalls darum.

Birthistle spielt Rosa, eine junge Frau, die als graue Maus durchs Leben gilt. Leidenschaft kennt sie allein im Kampf gegen alle Ungerechtigkeit dieser Welt. Gemeinsam mit ihrer auf den ersten Blick nur an Mode und Männern interessierten Schwester Ailie (Charity Wakefield) fährt sie nach Kuba. Dort wollen die Schwestern die Asche ihres Vaters verstreuen, der einst mit ihrer schon lange verstorbenen Mutter auf der Zuckerrohrinsel als Aktivist glücklich war.

Natürlich wird die Reise turbulenter als anfangs angenommen. Die jungen Frauen müssen einige Abenteuer bestehen, auch die Liebe sorgt für Turbulenzen. Doch zunächst müssen die beiden Frauen erst einmal zu sich selbst finden - und manches Vorurteil gegenüber der ihnen fremden Kultur Kubas ablegen.

Der Film beginnt mit Aufnahmen im Stil von Amateurfilmen. Sie dokumentieren, wie schottische Linke vor drei, vier Jahrzehnten versucht haben, das Sozialismusmodell auf Kuba zu unterstützen. Zugleich wird gezeigt, wie Eva heute versucht, sich zu engagieren. Die Montage ist komisch und zugleich politisch spannend. Mit dem Abflug der Protagonisten Richtung Karibik aber wird der anspruchsvolle Stil aufgegeben. Mehr und mehr mausert sich der Film zu einer sehr leichten Klamotte mit manchmal auch krachender Komik.

Von Kuba sind bis auf wenige Ausnahmen nur Klischeebilder zu sehen. Da wird gelacht, getanzt und geliebt. Die soziale Realität des Staates spielt keine Rolle. Der Film, der schließlich ganz auf Romantik setzt, unterhält als Märchen von zwei jungen Frauen, die jede auf ihre Art einen Prozess der Selbstfindung durchlaufen. Dabei erweisen sich die beiden Hauptdarstellerinnen als Glücksgriff. Sie statten die von ihnen gespielten Figuren mit großer Herzlichkeit und überschäumendem Charme aus und bewahren die Geschichte vor dem völligen Abgleiten in rosarote Traumwelten.

Hasta la Vista, Sister!

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