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Film : «Kid-Thing»: Verstörendes Independent-Drama aus Texas

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Die zehnjährige Annie (Sydney Aguirre) ist ein Blondschopf mit Sommersprossen. Am liebsten rast sie auf einen BMX-Rad durch die Gegend oder streunt mit ihrem Baseballschläger und einer Paintball-Pistole durch einen Vorort der texanischen Stadt Austin.

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2013 | 09:35 Uhr

Doch von ländlicher Idylle ist in «Kid-Thing» nichts zu spüren. Der wortkarge Independent-Film der texanischen Brüder David und Nathan Zellner ist ein verstörendes Porträt eines rebellischen Kindes, das völlig auf sich gestellt ist. Der apathische Vater Marvin (Nathan Zellner), ein Ziegenfarmer, hängt lieber mit seinen Freunden ab, eine Mutter gibt es nicht. Annie lässt ihrer wilden Zerstörungswut freien Lauf. Sie drischt auf den Geburtstagskuchen eines behinderten Mädchens ein, bewirft Autos mit Teig, schießt mit Paintball-Kugeln auf Kuhfladen und klaut aus Ladenregalen.

Durchbrochen wird ihre trotzige Routine von einem mysteriösen Hilfeschrei. Bei einer Streiftour durch den Wald hört Annie eine Frauenstimme (Susan Tyrrell) in einem tiefen Loch. Das Mädchen ist skeptisch: Soll sie helfen oder das Opfer seinem Schicksal überlassen? Das düstere, melancholische, aber auch gewitzte Werk «Kid-Thing» fand bereits bei führenden Filmfestivals, darunter in Sundance, Beachtung. Für die Rolle der bockigen, aber auch verletzlichen Annie holten die Zellner-Brüder die Tochter von Bekannten vor die Kamera.

Die 12-jährige Sydney Aguirre kommt fast in jeder Szene vor. Eine vielversprechende Neuentdeckung, ähnlich wie die neunjährige Quvenzhané Wallis, die in diesem Jahr für ihren ersten Film «Beasts of the Southern Wild» eine Oscar-Nominierung erhalten hatte.

Kid-Thing

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