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Film : Hayao Miyazaki will keine Spielfilme mehr drehen

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Der weltbekannte japanische Zeichentrick-Regisseur Hayao Miyazaki («Chihiros Reise ins Zauberland») will keine großen Spielfilme mehr machen. «Mein Zeitalter der langen Filme ist endgültig beendet», verkündete er am Freitag in Tokio vor 600 Journalisten.

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2013 | 13:23 Uhr

Der 72-Jährige verwies auf sein fortgeschrittenes Alter. Abendfüllende Zeichentrickfilme wie «Prinzessin Mononoke» oder das oscarprämierte Werk «Chihiros Reise ins Zauberland» hatten Miyazaki zum bekanntesten Anime-Regisseur der Welt gemacht.

Miyazaki, der in der Vergangenheit wiederholt seinen Rücktritt erklärt hatte, sagte: «Diesmal ist es ernst.» Er wolle aber noch «mindestens zehn Jahre» weiterarbeiten. «Ich bin frei.» Miyazaki wird weiter für sein Studio Ghibli tätig sein und sich unter anderem um ein Museum kümmern.

Sein Büro hatte bereits am Rande der Filmfestspiele in Venedig, wo Miyazakis neuestes Werk «Kaze Tachinu» gezeigt wird, bekanntgegeben, dass der 72-Jährige in den Ruhestand tritt. Wegen seines neuesten Filmes über den Entwickler der Mitsubishi Zero - Japans einst gefürchtetes Jagdflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg - war Miyazaki in seiner japanischen Heimat von Ultrarechten scharf kritisiert und als «antijapanisch» und «Verräter» schwer verunglimpft worden.

Mit «Kaze Tachinu» wollte der 1941 geborene Miyazaki das «außergewöhnliche Genie» von Jiro Horikoshi, dem Entwickler der Zero, ehren. Die Ultrarechten hätten die Zero für ihren «Patriotismus» und zur Kompensierung ihres «Minderwertigkeitskomplexes» missbraucht, sagte er kürzlich in einem Interview. Mit seinem Film wolle er Horikoshi aus den Händen dieser Leute reißen. Seinem Werk schickte Miyazaki einen Essay in der Hauszeitschrift seines Studios Ghibli voraus, in dem er sich energisch gegen die von Ministerpräsident Abe angestrebte Revision der pazifistischen Verfassung ausspricht.

Studio Ghibli

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