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Film : Animationsfilm: «Keinohrhase und Zweiohrküken»

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Der Keinohrhase hat nicht nur keine Ohren, er muss sich vom Zweiohrküken auch noch freche Fragen gefallen lassen. «Warum nuschelst du denn so?», will das Küken wissen, das die langen Ohren hat, die dem Keinohrhasen fehlen.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 12:23 Uhr

Da sind die beiden Außenseiter längst dicke Freunde geworden - so unzertrennlich wie Deutschlands derzeit erfolgreichstes Vater-Tochter-Gespann auch auf der Leinwand: Til und Emma Schweiger sprechen die beiden Titelhelden des 3D-Animationsfilms «Keinohrhase und Zweiohrküken»: Ein farbenprächtiger Ableger von Schweigers gleichnamigen Erfolgen - für die Allerjüngsten im Kinosaal.

Mit «Keinohrhasen» und «Zweiohrküken» holte Schweiger als Produzent, Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller in Personalunion seit 2007 Millionen Zuschauer in die Kinos. Die Titel-Fantasiefiguren gab es bald nicht nur als Plüschtiere zu kaufen, sondern fanden auch Eingang in Bilderbücher, die Schweiger mit Kinderbuchautor Klaus Baumgart realisierte. Für seinen ersten Animationsfilm kamen weitere Profis des Fachs dazu: Mit «Der kleine Eisbär» hatte die Produktionsfirma Cartoon-Film einen großen Kinoerfolg gelandet.

Schweiger, Baumgart sowie Thilo Graf Rothkirch und Maya Gräfin Rothkirch von Cartoon-Film, die auch Baumgarts «Lauras Stern» filmisch umsetzten, erzählen in «Keinohrhase und Zweiohrküken» nun eine Geschichte über Freundschaft und Anderssein, Wünsche und Träume: Richtige Hasen haben Ohren - da wird der Keinohrhase zum Außenseiter. Die anderen Hasen (eine ganze Bande gesprochen von Rick Kavanian) toben herum und ärgern ihn, mitspielen darf er nicht. So sitzt der Keinohrhase allein und traurig zu Hause bei seinem Lieblingsessen «Möhren mit Möhren» und ruft schließlich bei einer Partnervermittlung an. Einen Freund, der nicht vom Stuhl fällt wie sein Plüschhase - bekannt aus dem Merchandising zu «Keinohrhasen» - wünscht er sich.

Als plötzlich ein Ei vor der Tür liegt, kümmert sich der Keinohrhase darum wie um einen besten Freund. Er hat es dabei, wenn er Zähne putzt oder isst. Wenn im Fernsehen Spiegelei gezeigt wird, hält er ihm schnell die «Augen» zu. Als das Küken, das mit seinen langen Ohren auch so anders ist als andere, schließlich schlüpft, werden beide wirklich beste Freunde. Zwei, die einander immer helfen, denn das Küken hat einen großen Traum: Es möchte fliegen lernen. Daneben gibt es noch den Fuchs (Matthias Schweighöfer), der das Küken fangen will, und den tapsigen Bären (Fahri Yardim).

Gruselig oder böse wird es in dem Animationsfilm, der auch mit seiner 70-minütigen Länge besonders dem jüngsten Publikum gerecht wird, nicht. So stellten die Macher in der Testphase der 3D-Bilder etwa fest, dass die Schnauze des Fuchses zunächst «wie ein Kanonenrohr» aus der Leinwand ragte: «Das haben wir dann geändert, damit unsere vierjährigen Zuschauer keine Angst bekommen».

Die Kinogänger erwartet ein Werk ohne Ecken und Kanten, dessen Handlung schon Kleine gut folgen können. Keine Action oder so freche Sprüche wie in Animationsfilmen wie «Ice Age» oder «Madagascar». «Keinohrhase und Zweiohrküken» ist liebevoll erzählt, die zuckersüß-bunten Bilder - zur Freude älterer Geschwister und der Eltern - mit einem Soundtrack aus eingängiger Popmusik unterlegt, wie man es aus Schweigers Kinohits kennt.

Nach seiner Animationsfilmpremiere bastelt Schweiger indessen bereits an seinem nächsten Kinoprojekt, für das er im Sommer ein Drehbuch schrieb. «Das wird eine wunderschöne Geschichte über einen Großvater und ein kleines Mädchen, die gemeinsam auf eine Reise gehen, etwa so wie "Knockin' On Heaven's Door" trifft "Barfuss"», erzählte er im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. «Ich spiele mit, aber keine Hauptrolle - für einen Großvater bin ich dann doch noch ein bisschen zu jung», meinte der Schauspieler, der im TV als Hamburger «Tatort»-Kommissar im Einsatz ist.

Von einem weiteren Projekt kann er derzeit nur träumen: die Fortsetzung der Komödie «Manta, Manta» (1991). «Dafür bin ich sofort zu haben. Ich habe eine Zeit lang selber das Buch entwickelt, bin aber irgendwann steckengeblieben, weil mir die zündende Idee fehlte», berichtete er. «Ich weiß, wie schwer das ist, ein gutes und lustiges Buch zu schreiben. Aber wenn ich die Rechte hätte, hätte ich mich schon längst um das Projekt gekümmert.» Nicht nur er wäre sofort dabei, sondern auch Michael Kessler und Tina Ruland würden mitmachen. Schweiger: «Das wäre ein Megading, nach dem Motto: 25 Jahre danach - was ist aus den Träumen von Berti und seiner Clique geworden?»

Keinohrhase und Zweiohrküken

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