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Filme und Serien : 25 Jahre imdb.com: Kuriositäten aus der „Lowest Rated“-Liste

vom

Aus den Bewertungen seiner Zuschauer stellt das Filmbewertungsportal imdb.com Besten- und „Schlechtesten“-Listen zusammen. Die guten Filme kennt jeder. shz.de hat auch die schlechten unter die Lupe genommen.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2015 | 17:44 Uhr

Das Filmbewertungsportal imdb.com wird am 17. Oktober 25 Jahre alt. Damit gehört die Internet Movie Database (imdb) zu den Dinosauriern der heute populären Websites. Viele Filmfans sind imdb.com dankbar für verlässliche Filmbewertungen, Übersichten über Karrieren von Schauspielern oder Filmemachern oder Empfehlungen in Form von Bestenlisten. Doch es gibt auch eine „Schlechtesten“-Liste - und die wurde diesen Sommer sogar von einem Film aus Schleswig-Holstein angeführt.

„Kartoffelsalat - Nicht fragen!“

Auf Platz eins und damit auf dem Rang des allerschlechtesten Films aller Zeiten fand sich für einige Zeit eine recht neue Produktion eines Schleswig-Holsteiners: „Kartoffelsalat – Nicht fragen!“ von Torge Oelrich aka Fresh Torge aka freshhaltefolie. Mittlerweile findet sich der Film nicht mehr auf der Pole-Position, auch wenn er mit 1,1 von 10 Sternen weiterhin als furchtbar bewertet ist. In der Liste wird er mittlerweile mit 2,4 Sternen aufgeführt und befindet sich damit auf Platz 54. Das liegt daran, dass imdb.com in seinen Listen den Bewertungen von „regelmäßigen Bewertern“ größere Bedeutung beimisst. So soll verhindert werden, dass einzelne Nutzer einzelne Filme in der Wertung besonders subjektiv bewerten und damit pushen oder abwerten. Außerdem verändern sich die Listen immer wieder. Neuerscheinungen kommen dazu oder Titel wandern durch neue Bewertungen mit der Zeit nach oben oder unten.

Die Handlung: Ein Außenseiter wechselt die Schule und verliebt sich unsterblich. Eine Zombie-Epidemie bricht aus und er muss sich und seine Mitschüler retten. Keine bahnbrechend neue Idee. Und auch die Gags in der Zombiefilm-Parodie sich flach, lahm und oft – einfach alt.

Hauptdarsteller und Drehbuchautor der Klamauk-Komödie ist der YouTube-Star Torge Oelrich aus Dithmarschen. Mit kurzen Clips bringt er seine größtenteils jugendlichen Fans zum Lachen. Diese sind auch die Zielgruppe des Kinofilms, in dem zahlreiche YouTube Persönlichkeiten, wie Bibi, Dagi, Die Außenseiter oder Die Lochis auftreten.

Diese Besetzung hat sicher viele junge Zuschauer ins Kino gelockt, hat aber den deutlichen Nachteil, dass es eben Youtuber sind, die dort schauspielern und keine Schauspieler. Auch alte Hasen der deutschen Comedy wie Otto Waalkes oder Martin Schneider können „Kartoffelsalat“ leider nicht aufwerten.

Ob 1,1 oder 2,4 Sternen: Die Meinungen zu „Kartoffelsalat“ sind teilweise so haarsträubend, dass man ihn sich schon fast selbst ein Urteil bilden möchte. Und das gilt für die meisten Filme in imdb.coms Schlechtesten-Liste.

 LLoveLy-54755  verlangt auf imdb.com eine 0/10 Bewertungsmöglichkeit und schreibt: “Really awful. Don't waste your time. Even if they give you money to watch it you will regret it and you will never take back that hours from your life. You will suffer and suffer.“

Filmstarts.de findet ihn „erschreckend altbacken“ und ist trotz geringer Erwartungen  „maßlos enttäuscht.“

„Daniel der Zauberer“

Aber „Kartoffelsalat“ ist nicht der einzige deutsche Film in imdb.coms „Bottom“-Liste:

Falls sich nicht alle erinnern: Daniel Kübelböck (Filmcover: „Von Millionen geliebt. Von Vielen gehasst.“) war 2002/2003 Kandidat bei „Deutschland sucht den Superstar“ und fiel besonders durch ausgefallene Outfits und schiefen Gesang auf.  2004 kam dann ein Film mit ihm in die deutschen Kinos: „Daniel der Zauberer“. Er floppte. In den meisten Kinos wurde der Film nach einer Woche aus dem Programm genommen.

Daniel Kübelböck spielt sich in diesem Film selbst. Zwei Teenager versuchen ihn zu töten. Daniel erhält Hilfe von seinem toten Großvater. Daniel komm bei mehreren Anschlägen auf sein Leben mit ebendiesem davon. Die Attentäter sprechen über ihre schwere Kindheit und am Ende sind alle Daniels Fans.

Zuschauerstimmen zu „Daniel der Zauberer“:

Imdb.com User sunreign:
„This movie won me a bet with a friend of mine. I said she could not watch this without crying, yelling or leaving the room.. well she cried, she yelled and she tried to left the room, but it was locked by that time.“

Florian Rohrweck:
„Daniel Küblböck shouldn't act. Never. Even it's the end of the world as we know it. Never, never, never.
Some people give this movie 10 points, because they feel compassion for him, but if you are objective, this is the WORST MOVIE EVER MADE.“

Mit dieser Handlung und Schauspielleistung konnte auch „Daniel der Zauberer“ in den letzten Jahren immer wieder den Platz 1 der schlechtesten Filme einnehmen. Momentan hat er eine Bewertung von 1,9/10 Sternen.
 

„Manos: The Hands of Fate“

Ebenfalls mit 1,9 Sternen bewertet ist „Manos: The Hands of Fate“, ein Klassiker von 1966.  Dieser Film wird im englischsprachigen Raum oft als schlechtester Film aller Zeiten genannt.

Die Handlung: Eine Familie verfährt sich in der Nähe von El Paso, Texas, in der Wüste. Sie landen an einem mysteriösen Haus, um das sich „Torgo“ kümmert, solange sein „Master“ nicht da ist. Von hier aus gerät die Familie an einen teuflischen Kult, der die böse Gottheit „Manos“ anbetet und Vater, Mutter und Kind umbringen will. Nur Torgo kann sie eventuell noch retten.
 

Der Film ist furchtbar schlecht produziert, die Schauspielleistung ist wirklich nicht gut und auch Kostüme, Ausstattung, Filmmusik und eigentlich auch alles andere lassen stark zu wünschen übrig. Dieser Film ist so katastrophal bewertet, dass er unter Umständen schon wieder unterhaltsam sein könnte.

OttoVonB : „Your eyes and ears will BLEED!“
divaclv: „Look no further--this is the worst“
Mike Sh.: „After seeing this movie I ran through the house screaming at the top of my lungs for several hours pausing occasionally only to bang my head repeatedly on the floor.“

„Jurassic Shark“

Ein weiteres Meisterwerk des schlechten Geschmacks, dass eventuell etwas für Fans von „Jurassic Park“, „Der Weiße Hai“ sein könnte: „Jurassic Shark“ von 2012. Oder vielleicht auch eher für Fans von „Sharknado“ Teil 1 bis 4.

Auch hier ist die Idee nicht ganz neu: Ein prehistorisches Monster wird versehentlich auf eine Gruppe Diebe und eine Gruppe College-Studentinnen in Bikins losgelassen. Ganz klassisches Horrorfilm-Szenario: „Was war das?“ „HAI!“, abgetrennte Gliedmaßen, zwei ungleiche Gruppen müssen gemeinsam ums Überleben kämpfen. Am gruseligsten sind allerdings die schlechten Computereffekte.

Die imdb.com-Community meint:

Peter Traulsen: „Wooden acting? ... more like cement. Special effects? .... better ones could have been produced using MSPaint. Continuity? .... none that I could discern. Script and story? .... nope, didn't see any. I HAD to give it a 1 simply because there is no 0.”
cromwell316: „Seen better on an Etch-a-Sketch”
fewsternoble: „There isn't a single good thing to say about this movie, other than, it is maybe an excellent lesson in how not to make a movie.”

„Foodfight!”

Zu guter Letzt noch ein Kinderfilm. Oder so etwas in der Art. „Foodfight!” von 2012 ist eine Animation in der prominente Schauspieler Supermarktprodukten ihre Stimmen leihen. Denn die Produkte werden nach Schließung des Ladens lebendig. Das klingt erstmal, als könnte daraus ein ganz niedlicher Film werden. Die 1,9 Sterne belegen aber, dass dem nicht so ist. Mr. Clean, Charlie, der Thunfisch und das Energizer-Bunny spielen fröhlich miteinander. Doch dann machen sich kriminelle Strukturen im nächtlichen Supermarkt bemerkbar und die Produkte müssen für das Gute kämpfen. Der eigentliche Inhalt von „Foodfight!” ist allerdings Product Placement, die Charaktere sind Werbemaskottchen. Dazu kommt, dass die CGI-Animation nicht gut ist und die Witze absolut nicht kindgerecht sind. Aber auch nicht so witzig, dass sie Erwachsene unterhalten könnten.

Zuschauermeinungen:

Fun_film_frenzy: „Appalling, awful, tasteless and unfunny.”
KidMacabre: „Foodfight! is a cynical, cheap, patronizing, lifeless, lazy, unfunny, tasteless, shoddy, disrespectful, offensive-to-anyone-with-a-brain piece of unmitigated garbage, sure, but it's much more than that. [...] Foodfight! is PURE EVIL.”
Anders: „Foodfight! will bore, offend and anger you at the same time, such is its unprecedented badness. Please don't watch it.”

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