Vorlesen für Kinder Mit Gute-Nacht-Geschichten lässt es sich besser schlafen

Von dpa | 21.10.2022, 08:00 Uhr

Kleine Kinder bekommen vor dem Zubettgehen häufig etwas vorgelesen. Bei größeren Kindern ist das oft nicht mehr so. Dabei sind Gute-Nacht-Geschichten auch für sie eine gute Sache. Ob für die Schule oder beim Einschlafen - Vorlesen hat einige Vorteile. Erfahre hier, was dahintersteckt.

Abends einzuschlafen, ist für manche Kinder gar nicht so einfach. Vielleicht drehen sich bei ihnen Gedanken im Kopf hin und her oder sie fühlen sich allein. Da kann es helfen, ein Buch zu lesen. Oder noch besser: Sich eine Geschichte vorlesen zu lassen. 

Vorlesen hat viele Vorteile für Kinder

Es gibt viele gute Gründe dafür. Forschende haben zum Beispiel herausgefunden: Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, sind erfolgreicher in der Schule. Sie haben in Deutsch, Mathe und Fremdsprachen bessere Noten als Kinder, denen nicht vorgelesen wird. 

Und es gibt noch ein gutes Argument: Wem viel vorgelesen wird, der kommt besser mit anderen Menschen klar. Denn man lernt durch die Texte, sich auch selbst besser verständlich zu machen. Man findet leichter Worte und auch Lösungen für Ängste und Schwierigkeiten.

Gute-Nacht-Geschichten mit Anouk

Hendrikje Balsmeyer hat mit ihrem Mann, dem Sänger Peter Maffay, zwei Bücher mit Gute-Nacht-Geschichten geschrieben. Die Bücher sind Geschenke für ihre Tochter Anouk.

In den Büchern geht es um ein Mädchen namens Anouk, das tagsüber einen ganz normalen Alltag lebt. Nachts taucht sie in Abenteuerwelten ab: zu Piraten, in Pyramiden oder in einen Dschungel.

Ein bisschen erinnert Frau Balsmeyer das Buchschreiben an ihre Oma: Die hat sich auch gern Geschichten ausgedacht und diese dann abends erzählt. „Das war total schön“, meint die Autorin.

Mit ihren Büchern möchte Frau Balsmeyer dabei helfen, dass nicht nur ihre Tochter, sondern möglichst viele Kinder abends gerne schlafen gehen. „So wie Anouk in dem Buch, die anfangs auch nicht gerne ins Bett geht, sich dann aber darauf freut, wieder und wieder Abenteuer zu erleben.“ Es geht in den Geschichten auch um Freundschaft, gegenseitige Hilfe und den Umgang mit der Umwelt.

Ein gutes Ende zum besser Einschlafen

Aber was macht eigentlich eine gute Gute-Nacht-Geschichte aus? Das weiß der Kinderarzt und Schlafforscher Alfred Wiater. „Sie soll dabei helfen, sich zu entspannen, positive Fantasien anregen, ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln.“

Er rät von Geschichten ab, in denen es viel um Angst und Probleme geht. Spannend darf es aber schon sein, meint er, wenn es ein gutes Ende gibt.  

Ein schönes Ende findet auch die Autorin Hendrikje Balsmeyer wichtig: „Wenn Spannung übrig bleibt, können Kinder nicht gut einschlafen, weil sie sich den Kopf darüber zerbrechen, wie es wohl weitergeht.“

Übrigens: Fürs Vorlesen lassen ist man nie zu alt. Das darf man, solange man dazu Lust hat. „Es spricht nichts dagegen, sich auch als zehnjähriges Kind abends eine Geschichte vorlesen zu lassen“, sagt der Schlafforscher Alfred Wiater. Und auch Frau Balsmeyer mag das Ritual. Sie lässt sich auch heute noch manchmal vorlesen: von ihrem Mann.

Mehr Informationen:

Du bist morgens superschlecht gelaunt, in der Schule immer müde oder wälzt dich abends lange im Bett? Hier bekommst du ein paar Tipps, wie du besser einschläfst.

Routine: Mach immer alles gleich. Zum Beispiel mit der Familie den Tag besprechen, dann zehn bis zwanzig Minuten entspannen, etwa mit Lesen oder Musik. Und dann ab ins Bett. Am besten immer alles zur selben Zeit. Dann lernt dein Körper: Jetzt ist es Zeit zum Ausruhen. Etwa zehn Stunden Schlaf sollen es bei Schulkindern sein.

Sendepause: Vor dem Schlafengehen sollten das Smartphone und elektronische Medien nicht mehr genutzt werden. Forschende haben herausgefunden, dass ihr helles Licht das Hormon Melatonin unterdrücken kann. Wird es gestört, schläfst du schlecht.

Licht aus: Blinkende LED-Lämpchen von Geräten, Uhren oder andere Leuchten können deinen Schlaf stören. Schalte besser alles ab.

Raus und bewegen: Achte darauf, dass du tagsüber an die frische Luft gehst und dich bewegst, etwa beim Sport. So fällst du abends müde ins Bett. 

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