Ein Musikproduzent erklärt Wie entsteht ein Song?

Von Lilly | 06.09.2022, 14:51 Uhr

Matthias Runge hilft Musikern, aus einer Idee einen Song zu machen. Er ist Produzent. Dazu gehört mehr als das Wissen über Musik und die richtige Technik.

Wie entsteht eigentlich ein Lied, das wir im Radio hören? Matthias Runge, ein 27-jähriger Musikproduzent aus Flensburg, hat uns beim Interview seine Antwort auf die Frage gegeben. Mit jedem Künstler ist die Zusammenarbeit individuell, sagt er. Dabei nimmt Matthias verschiedene Rollen ein: „Das geht von Mutter, Vater, Sohn über Psychologe bis zum Koch. Die Musik ist nur ein kleiner Teil davon.” 

Einen festen Arbeitsalltag hat er nicht. Wenn sich der Produzent und ein Musiker in Matthias’ Studio treffen, werden Ideen ausgetauscht, Demos angehört und neue Snippets aufgenommen. Song-Entwürfe entstehen, bis der Arbeitstag spät endet. So ein langer Tag, der auch mal 14 bis 16 Stunden dauern kann, ist aber nicht zwingend mühselig: „Da ist kein Stress, außer du machst ihn dir selber.” Matthias und die Künstler wollen unbedingt vorankommen und verfallen in eine Art Tunnel. So auch vor kurzem, als er mit einem Musiker aus Berlin für zwei Wochen ins Studio gezogen ist.

Mit diesen Programmen kann jeder Musik machen

Früher wollte er Sounddesigner werden und hat ein Studium in Medien- und Sonokommunikation in Dänemark abgeschlossen. Auch wenn dieser Weg für ihn funktioniert hat, ist das Studium keine Voraussetzung, um Musik zu produzieren. Wer selbst digital Musik komponieren möchte, hat verschiedene Programme zur Auswahl. Matthias selber arbeitet mit dem Programm „Logic”, es gibt aber auch kostenlose Alternativen, zum Beispiel „Reaper” (Windows) oder „GarageBand” (iOS).

In einer Band muss die Teamarbeit stimmen

Es ist nicht zwingend notwendig, ein Instrument zu spielen, auch wenn es hilfreich sein kann. Im fertigen Song hört man kaum einen Unterschied zwischen echtem Instrument und digitalem Sample. Matthias spielt Klavier und Gitarre. Er war Teil von zwei Bands, die heute aber nicht mehr bestehen. Matthias schwärmt zwar von der Zeit, sagt aber auch, dass es herausfordernd ist, wenn die Mitglieder unterschiedliche Vorstellungen von Songs oder der Teamarbeit im Allgemeinen haben.

Matthias produziert Musik sowohl mit physischen als auch digitalen Instrumenten. Die Frage, ob ihm eines davon besser gefällt oder sich mehr nach „Musikmachen” anfühlt, verneint er. Das Wichtigste ist, dass die Musik begeistert und es schafft, Emotionen bei den Hörern hervorzurufen. 

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Aus Musik-Leidenschaft wurde ein Beruf

Matthias hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Deswegen macht ihm seine abwechslungsreiche Arbeit besonders viel Spaß. Gerade plant er das Klangfestival, das im September in Flensburg stattfinden wird.

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