Schüleraustausch Mit Erasmus Nudeln, Piroggen und Kartoffelsalat kochen

Von Janne Köster | 05.12.2022, 17:25 Uhr

KiWi-Reporterin Janne erzählt, wie sich bei ihr an der Herderschule in Rendsburg halb Europa trifft.

Hallo! Ciao! Hei! Witam! Szia! So begrüßt man sich in Deutschland, Italien, Finnland, Polen und Ungarn – und auch in Rendsburg. Durch das Erasmus+ Projekt haben wir und weitere elf Schüler der Herderschule in Rendsburg Gastschüler aus anderen europäischen Ländern aufgenommen.

Am Anfang waren alle Schüler noch schüchtern und nervös. Wir unterhielten uns lieber in unseren eigenen Sprache und blieben bei den Leuten aus dem eigenen Land. Doch schon nach wenigen Stunden aßen wir gemeinsam Pizza und lachten.

Auch den zweiten Abend verbrachten wir alle zusammen. Am Lagerfeuer backten wir Stockbrot und sangen englische Lieder im Chor. Wir entdeckten, dass wir unendlich viele Gemeinsamkeiten haben, trotz der unterschiedlichen Herkünfte. Leider war eine davon auch, dass niemand das Lagerfeuer ordentlich entzünden konnte, und somit gingen wir nach einiger Zeit rein. Musikalisch ging es hier weiter, diesmal wurden Lieder auf den verschiedenen Sprachen abgespielt. Auch wenn die meisten den Text nicht verstanden, tanzten wir dennoch und merkten, wie sehr Musik verbinden kann. Sehr überrascht waren wir, als eine finnische Version von „Moskau“ lief.

Die gesamte Woche über lernten wir unfassbar viel über die Sprachen und Sitten der anderen. Nachdem wir herausfanden, dass Schwein auf finnisch „sikka“ heißt, hörte man es immer wieder von jemandem sagen.

Italiener schimpfen Pfannkuchen und Finnen rollen nackt durch den Schnee

Auch, dass die anderen Schüler „Danke“ und „Bitte“ als überaus harsch klingend und somit unpassend abstempelten, führte dazu, dass wir es immer wieder übertrieben unfreundlich aussprachen. Darüber, dass sich ein italienisches Schimpfwort wie „Pfannkuchen“ anhört, mussten vor allem wir Deutschen lachen. Die Finnen erzählten, dass man in Finnland gelegentlich nackt durch den Schnee rollt und luden uns daraufhin ein mal vorbeizukommen und es auszuprobieren. Ebenso erzählten die Gäste uns häufig, wie schön es in Deutschland sei – an manchen Orten war das für uns Deutsche unvorstellbar.

Gemeinsam kochen ganz ohne Wörterbuch

Einen gelungenen Abschluss bot der letzte Tag, an dem wir vormittags landestypische Gerichte kochen sollten. Das ganze Projekt drehte sich um das Thema nachhaltige Ernährung und auf Grundlage des gesammelten Wissens über die Woche, gingen wir einkaufen. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf und machten uns bereit, durchgehend Sachen übersetzen zu müssen. Doch die Austauschschüler fanden die meisten Zutaten selbstständig und brauchten unsere Hilfe kaum. Auch beim Kochen kam es zu wenigen Problemen.

Wir bereiteten Kartoffelsalat zu, während die Italiener selbst gemachte Pasta kochten und die Finnen einen traditionellen Kuchen mit Blaubeeren backten. Von den Ungarn gab es unter anderem Würstchen im Schlafrock und die Polen haben Piroggen gekocht. Aber eigentlich half jeder jedem und lernte von den anderen so einige Tricks. Besonders fasziniert waren alle von der Zubereitung der Nudeln und am Ende hatte jeder es selbst einmal probiert. Zum Essen kamen dann alle gastgebenden Eltern zu Besuch und gemeinsam probierten wir die leckeren Gerichte.

Wie es weitergeht mit der grenzenlosen Freundschaft

Der Abschied war unbeschreiblich schwer und es flossen auch einige Tränen. In der kurzen Zeit sind wir eine starke Gruppe geworden und haben viele unvergessliche Momente miteinander erlebt. Deshalb sind wir fest entschlossen den Kontakt zu unseren neugewonnen Freunden zu halten und freuen uns alle schon auf den März, wenn wir dann zu unseren Gastschülern reisen dürfen.

Noch keine Kommentare