Jugendpressekonferenz Ein Tag im Entwicklungsministerium

Von Marek Schlösser | 29.12.2022, 16:58 Uhr

Der junge Reporter Marek aus Oelixdorf bei Itzehoe trifft gemeinsam mit anderen Jugendlichen Bundesministerin Svenja Schulze.

Wie sieht die Welt in 100 Jahren aus? Das war eine von zahlreichen Fragen, die etwa 50 Nachwuchsreporterinnen und -reporter der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Svenja Schulze (SPD) stellten. Zum Jugendpressetag im Dezember reisten 50 Jungen und Mädchen von zehn bis 18 Jahren ins Entwicklungsministerium nach Berlin. 

Zu Beginn hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Essen Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen und so neue Kontakte zu knüpfen. Danach informierte ein kurzes Video über die Aufgaben des Ministeriums: die Bekämpfung von Hunger und Armut, globale Gesundheit, eine sozialwirtschaftliche Entwicklung sowie eine feministische Entwicklungspolitik, also die Stärkung der Rechte und der Rolle von Mädchen und Frauen. 

Anschließend fand ein Treffen der Journalistinnen und Journalisten mit dem Vorsitzenden des Jugendmedienzentrums, Christian Kolb sowie dem Pressesprecher des Ministeriums, Nicolai Fichtner, statt. Dieser beantwortete zunächst Fragen zu seiner Arbeit als Vertreter des Ministeriums gegenüber den Medien. So sprach Fichtner unter anderem über die große Verantwortung, die er besitze, da es etwa in seinen Zuständigkeitsbereich falle, Interviews gegenzulesen und freizugeben. Was uns interessierte: Wie wird man Pressesprecher? Nach dem Studium ist Journalist geworden, ehe er ins Umweltministerium wechselte, als Schulze dort Ministerin war.

Ein weiter Weg bis zur sozialen Gerechtigkeit

Inhaltlich sprachen wir mit Fichtner überwiegend über die UN-Agenda aus dem Jahre 2015, in der 17 Nachhaltigkeitsziele vereinbart wurden; soziale Ziele, welche bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen. Dazu gehört zum Beispiel, die Abschaffung von Armut, dass kein Mensch mehr Hunger leiden muss, Fichtner betonte, das Ministerium strebe an, diese Ziele auch tatsächlich zu erreichen, auch wenn das sehr schwer sei. Aktuell sei noch kein einziges Ziel vollständig erreicht, sodass insbesondere der zeitliche Rahmen, bis wann die Ziele erreicht sein sollten, nur noch schwer einzuhalten sei.

Dann nahm sich auch Svenja Schulze eine Stunde Zeit für uns Jugendliche. Sie beantwortete Fragen zu allen möglichen Themen, welche sie als Ministerin beschäftigen. So äußerte sie sich beispielsweise zu der Menschenrechtslage insbesondere der Frauen und Mädchen in Afghanistan, den umfangreichen Investitionen Chinas im afrikanischen und asiatischen Raum, zum Klimawandel und bezog ebenfalls Stellung zur UN-Agenda.

Svenja Schulze fordert Kinder zu Nachhaltigkeit auf und kritisiert China

Unter anderem forderte Schulze die Kinder und Jugendlichen in Deutschland dazu auf, gemeinsam ein Umdenken hin zu mehr Nachhaltigkeit zu starten, als Beispiel nannte sie hier, alte Klamotten weiterzutragen.

In Bezug auf die Rolle Chinas äußerte sich Schulze kritisch: Während die EU und auch Deutschland etwa bei ihren Abkommen mit und dem Engagement in afrikanischen und asiatischen Staaten darauf achte, auch deren Interessen und Ansichten zu berücksichtigen und die Entwicklungspolitik als Partnerschaft gemeinsam zu betreiben, gehe es China vorrangig um einen eigenen Profit. Dies führe dazu, dass China die anderen Länder durch langfristige Verträge von sich abhängig mache.

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