Kommentar Heldinnen statt Prinzessinnen

Von Janne Kster | 05.03.2021, 16:41 Uhr

Janne findet neue Frauen-Typen bei „Raya und der letzte Drachen“.

Kämpferin, Weltenretterin, Heldin – alle drei Eigenschaften vereint Raya, Hüterin des Drachenjuwels. Ihr starker Ehrgeiz und ihr fester Glauben an das letzte Fünkchen Hoffnung prägen sie. Niemandem vertraut sie so sehr wie ihrem Vater, den sie über alles liebt. Diese innige Liebe zwischen Vater und Tochter macht, meiner Meinung nach, den Film noch schöner.

Filmtipp: Auf der Suche nach dem Drachenjuwel

Synchronsprecherin: Youtuberin Chrissy spricht Raya

Raya ist aufgeschlossen und findet in jedem Teil ihrer Welt, in Kumandra, Freunde. Diese Eigenschaften machen sie zu einer starken, eigenständigen Frau, die einen neuen Typ Heldin für Disney abgibt. Doch eines fehlt ihr: Vertrauen in andere. Dieses muss sie erst lernen, was sie umso menschlicher erscheinen lässt.

Den Film zeichnet aus, dass die Hauptcharaktere ausschließlich Frauen sind. Alle drei unterscheiden sich stark voneinander, die taffe Kämpferin Raya, die liebevoll verpeilte Sisu und Namaari, die mutige Kriegerin.

Mit mindestens einer kann man sich so identifizieren. Bezeichnend ist dabei, dass Namaari und Raya zwar Rivalinnen sind, sich aber dennoch ziemlich ähneln.

Ich finde diese Darstellung der Frau sehr gut und modern. Was auffällt ist jedoch, dass die Frauen trotzdem ausnahmslos schlank und wunderschön sind.

Mir gefällt, dass Teile der südostasiatischen Kultur im Film aufgegriffen werden. Ob das eine PR-Masche ist oder nicht, sei mal dahingestellt, dennoch finde ich es schön, dass man versucht, nicht erneut das europäische Klischee zu bedienen. Deshalb würde es mich sehr glücklich machen, wenn Raya tatsächlich Elsa als erfolgreichsten Film ablösen sollte.