Gehör Lärm ist nicht gleich Lärm

Von Silke Sullivan/dpa | 28.04.2021, 00:17 Uhr

Wenn es laut ist, stört uns das oft – und manchmal kann uns der Krach sogar krank machen.

Was für ein Krach! Hast du das schon mal gedacht? Zum Beispiel, weil dich laute Musik im Haus gestört hat oder Lärm auf der Straße? Lärm macht vielen Menschen zu schaffen.

Menschen empfinden Geräusche unterschiedlich

Was wir als Lärm empfinden, kann aber sehr unterschiedlich sein, sagt Jördis Wothge vom Umweltbundesamt. „Nicht alles, was laut ist, ist Lärm“, erklärt sie. „Zunächst einmal sind wir nicht von Lärm umgeben, sondern von Geräuschen. Erst wenn ich diese als störend wahrnehme, bewerte ich das als Lärm.“ Diese Bewertung kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Häufig kommt es auch auf die Situation an.

Ein Beispiel: Stell dir vor, du sitzt in deinem Zimmer und liest in Ruhe ein Buch. Dann macht jemand in deiner Familie laut Musik an. Nun kannst du dich vielleicht nicht mehr aufs Lesen konzentrieren. „Dann ist die Musik störend und wird damit zu Lärm“, sagt Jördis Wothge. „Derjenige, der die Musik hört, nimmt diese nicht als störend wahr.“

Lärm bedeutet Stress für den Körper

Allerdings gibt es bestimmte Geräusche, die die allermeisten Menschen als störend empfinden, sagt die Expertin. „Natürliche Geräusche wie Regen, das Rauschen eines Wasserfalls oder von Wind, der durch die Blätter von Bäumen rauscht, nehmen Menschen nur selten als Lärm wahr.“ Geräusche von Autos, Flugzeugen und Zügen, oder von Maschinen wie Presslufthämmern und Rasenmähern werden oft als Lärm empfunden.

Zu viel Lärm kann zum Problem werden. Wer dauerhaft Lärm ausgesetzt ist, kann davon krank werden. „Lärm bedeutet Stress für den Körper und Stress kann krank machen“, erklärt Jördis Wothge. Auch deshalb messen Forscher etwa an Straßen oder Flughäfen, wie stark die Lärmbelästigung für die Anwohner ist.