Fußball-Weltmeisterschaft 2022 Tausende Tote, aber kein Boykott

Von Ina Reinhart | 12.08.2022, 14:21 Uhr

Die Fußballfans sind gespannt auf die Weltmeisterschaft, die im November in Katar startet. Aber KiWi-Reporter fanden heraus, dass es auch Kritik daran gibt. Elias erklärt, worum es dabei geht.

Trotz guter Vorbereitung läuft mir der Schweiß herunter, da ich sehr aufgeregt bin. Regina Spöttl von Amnesty International ist bei uns beim KiWi-Seminar auf dem Scheersberg in der Nähe von Flensburg zu Besuch. Amnesty International ist eine Organisation, die sich für Menschenrechte einsetzt

Das Interview-Thema ist die diesjährige Fußball WM in Katar. Ich habe in der Vorbereitung erfahren, dass beim Bau der Stadien schon viele Arbeiter gestorben sind. Jetzt will ich von einer Expertin wissen, wie es wirklich ist und was ich dagegen machen kann.

Regina erzählt, dass die Arbeiter in Katar ihr Gehalt teilweise erst nach sieben Monaten oder gar nicht bekommen. Das hat mich schockiert, weil die Menschen eine Familie haben, die sie versorgen müssen.

Daher sollte ihrer Meinung nach die Fifa mindestens 440 Millionen US-Dollar für die ausgefallenen Löhne der Arbeitsmigranten*innen bereitstellen.

Es ist auch so, dass die Arbeitgeber sich nicht an die Gesetze Katars halten. Da bin ich froh, dass in Deutschland Verstöße gegen die Regeln bestraft werden.

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Sie sind jung und neugierig: KiWi-Reporter sind alle Kinderreporter, die für KiWi Artikel recherchieren, schreiben, fotografieren oder Videos drehen. Einige haben zum Beispiel einen Workshop besucht, andere ein Praktikum in der Redaktion gemacht, um das Reporter-Handwerk zu lernen.

Regina berichtet, dass Amnesty International ein Ermittlerteam nach Katar geschickt hat. Nach Aussage der Arbeiter vor Ort würden diese dort sogar gerne bleiben, jedoch nur mit regelmäßiger Bezahlung und besseren Bedingungen. 

Zudem spricht sie davon, dass die Arbeitsmigranten*innen darüber klagten, dass sie in der prallen Hitze arbeiten müssen und  die Pausenräume trotz Vorgabe keine Klimaanlage haben.

Doch sollte ich jetzt die WM boykottieren? 

Die Expertin erklärt mir, dass es ihrer Meinung nach zu spät für einen Boykott ist. Sie betont aber, dass die Entscheidung jeder für sich selbst treffen soll..

Amnesty International ruft nie zum Boykott auf und setzt auf Einflussnahme und Dialog mit den Veranstaltern. Regina erhofft sich damit, dass die Spieler vor Ort ein Zeichen setzen können.

Das Interview war sehr aufregend und spannend.  

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