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Beruf : Zwischen Motorlärm und Ölgeruch

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In den Hitlisten der beliebtesten Berufe ist der Kfz-Mechatroniker immer wieder ganz oben. Zumindest bei den Jungs. Hier erfahrt ihr mehr über die Arbeit in einer Auto-Werkstatt.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2014 | 04:21 Uhr

Der Motor spuckt. Er klingt nicht normal. Irgendetwas stimmt mit dem Wagen nicht. Das hört der Kfz-Meister Patrik Kraus am Klang. Jetzt muss er herausfinden, was genau kaputt ist, damit er es reparieren kann. „Ein ganz wichtiger Teil meiner Arbeit ist die Diagnose“, sagt er. Der Mann ist Chef einer Auto-Werkstatt in Hamburg. Egal ob Auto, Motorrad oder Rasenmäher – Patrik Kraus und seine Kollegen kümmern sich um alles, was fährt und einen Motor hat.

Fast so wie ein Arzt bei seinen Patienten versucht Patrik Kraus herauszufinden, warum ein Fahrzeug streikt. Oder ob etwa nur ein Draht lose ist. Oder die Batterie leer ist. Dafür gibt es verschiedene Prüfinstrumente. „Damit kann ich testen, welche Teile nicht mehr funktionieren“, erklärt der Kfz-Meister. Aber er betont: „Man kann sich nicht nur auf die Geräte verlassen. Denn so ein Steuergerät in einem Auto ist eigentlich dumm. Das zeigt nicht immer das Richtige an.“ Kraus findet deshalb: „In einer Auto-Werkstatt kommt es vor allem auf die Erfahrung an. Man muss sich gut auskennen und wissen, wie Fahrzeuge aufgebaut sind und funktionieren.“

Bei einem Rasenmäher ist das noch ziemlich einfach. Aber moderne Autos bestehen aus Tausenden Einzelteilen, die aufwendig verbaut sind. Sie sind nicht nur zusammengeschraubt oder geschweißt, wie das früher der Fall war. Inzwischen steckt jede Menge komplizierte Elektronik in den Wagen. Da wird es auch schwieriger herauszufinden, was kaputt sein könnte. „In den großen Werkstätten ist es deshalb oft so, dass sich die Mitarbeiter spezialisieren. Der eine prüft zum Beispiel, wo der Fehler steckt. Ein anderer repariert den Schaden“, sagt der Fachmann.

In seiner kleinen Werkstatt gefällt es Kraus aber besser. Da machen alle alles: von Beulen beseitigen, Öl wechseln, oder Reifen tauschen. Aber egal ob Reparatur oder Wartung: Kraus muss sich bei der Arbeit immer voll konzentrieren. Er darf sich nicht ablenken lassen. Als er bei einem Wagen die Räder wechselt, unterbricht er deshalb das Gespräch. „Wenn ich einen Fehler mache und zum Beispiel das Rad nicht richtig festziehe, kann das zu einem schlimmen Unfall führen. Der Fahrer wird vielleicht schwer verletzt“, erklärt der Fachmann. „Man hat in diesem Beruf eine große Verantwortung.“

Die Arbeit ist auch anstrengend. Sie ist nichts für Leute, die sich nicht die Hände schmutzig machen wollen. Kraus steht fast den ganzen Tag in der Werkstatt und bastelt an Autos. Viele Berufsanfänger hätten falsche Vorstellungen, glaubt er. „Die gehen in eine Werkstatt, weil sie gerne mit schicken, schnellen Autos fahren. Aber das kommt hier leider nur selten vor.“ Der Kfz-Meister lächelt. Ihm macht der Beruf trotzdem Spaß: „Das Spannendste ist für mich: Herausfinden, wo bei einem Fahrzeug der Fehler steckt und es dann wieder zum Laufen bringen. Wenn das klappt, ist man auch stolz.“

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