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Wirtschaft : Zum Ersten, zum Zweiten...

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wer bei einer Auktion ein Rassepferd kaufen will, muss schnell sein und sich auskennen. Denn es geht um viel Geld.

Ein hübscher brauner Hengst betritt die Reithalle. Sein Name ist „Long Island“. Erst im Trab und später im Galopp umrunden er und seine Reiterin die Halle. Immer an den Zuschauern vorbei. „Long Island“ ist vier Jahre alt, stammt aus Heidgraben und soll heute versteigert werden.

„Wir starten mit 8000 Euro“, ruft Uwe Heckmann. Er ist der Auktionator, also so eine Art Moderator und Verkaufsleiter für die Versteigerung. „8000, 9000, 10  000“, ruft er. Dabei zeigt er mit seinem kleinen braunen Holzhammer auf die Besucher. Viele von ihnen wollen vielleicht ein Pferd kaufen. Andere sind nur gekommen, um sich die Versteigerung anzusehen.

Ein Mann hebt die Hand. Das ist das Zeichen, dass er ein höheres Gebot abgeben möchte. Jetzt geht es rasant weiter. Bei „20  000“ ertönt aus den Lautsprechern eine Musikfanfare. Die Gebote steigen. „22  000“, ruft Herr Heckmann. Er hat einen neuen Kaufinteressenten entdeckt. Ständig muss er das gesamte Publikum im Blick haben, um kein Handzeichen zu verpassen. Dabei helfen ihm die Jugendlichen vom Jungzüchterverein. Sie haben sich in der Reithalle verteilt und schauen aufs Publikum. Immer, wenn sie jemanden entdecken, der ein Handzeichen gibt, weisen sie mit einer großen roten „Zeigehand“ auf ihn.

Die Gebote für „Long Island“ haben mittlerweile eine Höhe von 27  500 EUR erreicht. Diese Summe ist auch auf der Anzeigentafel zu lesen. „27  500, zum Ersten, zum Zweiten“, ruft Herr Heckmann. Eine Pause entsteht. Die Zuschauer warten gespannt. Dann kommt ein weiters Gebot. „28  500“. Als niemand mehr bietet, ruft Herr Heckmann: „Zum Ersten, zum Zweiten und –.“ Dann saust sein Hammer auf das Pult. Das ist das Zeichen, dass „Long Island“ verkauft wurde und niemand mehr bieten darf.

Viele der Pferde werden an diesem Tag ins Ausland verkauft. Sie werden zukünftig in Italien, England, Spanien, Belgien, Holland und Schweden, in der Schweiz und in der Türkei zu Hause sein. Als teuerstes Pferd der Auktion wurde „Lord Lucio“ für 75  000 EUR versteigert. Er hat gleich drei neue Besitzer und wird wohl zukünftig in Amerika leben. „Long Island“ darf in Deutschland bleiben.


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erstellt am 22.Mär.2016 | 01:11 Uhr

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