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Auf Reisen : Yakbuttertee im tibetischen Kloster

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kina-Reporter lernt in seinem Auslandsjahr nach dem Abi China kennen.

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2016 | 01:16 Uhr

Es wird auch das Dach der Welt genannt, weil dieses Gebiet sehr hoch liegt: Tibet. Der höchste Berg der Welt, der Mount Everest, liegt an Tibets Grenze. Seit 65 Jahren ist es nun ein Teil von China. Vorher war es ein eigenes Land. Die Tibeter sind ein eigenes Volk mit einer Kultur, die sich von der chinesischen stark unterscheidet. Zum Beispiel haben sie eine besondere Religion: den tibetischen Buddhismus.

Weil meine Provinz Yunnan an das Gebiet angrenzt, gibt es hier auch einige Tibeter und tibetisch-buddhistische Tempelanlagen. Vor einigen Wochen hatte ich das Glück, einen dieser Tempel besuchen zu können. Weil hier Parks, Tempel und Altstädte oft etwas kosten, war ich erst einmal erstaunt, dass der erste Mensch, der mir entgegenkam, nicht nach Eintritt fragte, sondern mir Erdnüsse und einen Apfel in die Hand drückte. Er hieß mich Willkommen und sagte, ich könne mir gerne alles ansehen.

Es war eine riesige Anlage. Nachdem ich eine lange Treppe hoch gelaufen war, kam ich auf den Hauptplatz. Dort standen gerade viele Mönche in ihrer besonderen Kleidung. Und zwar in jedem Alter! Selbst kleine Kinder liefen damit herum. Ich wurde schnell angesprochen und konnte mich mit einer Frau auf Englisch unterhalten.

Diese Tempelanlage ist gleichzeitig eine Schule, an der der tibetische Glaube gelernt wird. Teilweise werden drei Jahre alte Kinder dort hingeschickt, um im Tempel zu wohnen und Mönch zu werden. Aber sie lernen natürlich nicht nur den Glauben. Die Tibeter haben ihre eigene Sprache, deswegen wird den Kindern auch Chinesisch beigebracht. Außerdem lernen sie natürlich die ganz normalen Schulfächer wie Mathe und Englisch.

Die Frau, mit der ich mich unterhalten habe, ist selber keine Tibeterin. Trotzdem hat sie sich freiwillig gemeldet, um zwei Jahre lang dort zu leben und ohne Bezahlung Chinesisch und Englisch zu unterrichten. Warum? – Weil sie es so interessant findet.

Später wurde ich dann noch eingeladen, mit den Mönchen zusammen in der „Tempelkantine“ zu essen. Es gab Sandwiches und den für Tibet bekannten Yakbuttertee. Er ist salzig und wirklich sehr sättigend, weil wirklich einfach Yakbutter drin ist. Und man sagte mir, ich sollte auf jeden Fall wiederkommen.

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