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Menschen, die GEschichte schrieben : Woher der Hering seinen Namen hat

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Politiker Otto von Bismarck wurde vor 200 Jahren geboren

shz.de von
erstellt am 29.Mär.2015 | 15:59 Uhr

Er war so berühmt, dass Tausende Straßen, Orte, ein Mineralwasser und sogar ein Rezept für Heringe nach ihm benannt sind: Otto von Bismarck.

Fast eine halbe Million Briefe und Postkarten bekam er zu seinem 80. Geburtstag. Das war am 1. April im Jahr 1895. Dazu trudelten rund eintausend Pakete ein.

Das ist lange her. In diesem Jahr wäre der Politiker 200 Jahre alt geworden und wieder wird gefeiert. Viele Menschen erinnern daran, wie sehr Bismarck Dinge für Deutschland veränderte. Warum er bewundert und gehasst wurde. Zu Bismarcks Zeiten gab es das Deutschland, wie wir es kennen, noch nicht. Die Gegend war in viele Königreiche und Fürstentümer aufgeteilt. Damals wollten  immer mehr Menschen genau das ändern. Sie forderten einen gemeinsamen deutschen Staat. Sie wollten auch  die Macht nicht mehr nur  Königen überlassen, sondern mitbestimmen.

Als Bismarck als junger Mann in die Politik ging, war er vor allem bei diesen Leuten unbeliebt. Sie glaubten, dass er ihren Zielen im Weg stünde. Denn Bismarck hielt treu zu seiner Heimat Preußen und zum König. Genau wie der König trug er stolz einen Schnurrbart.

Bismarck schien sehr bereit, mit Waffengewalt Politik zu machen und Preußens Macht auszubauen. Tatsächlich führte Bismarck drei Kriege.

Dabei konnte der Politiker aber große Siege vermelden und wurde auch dadurch beliebt. „Alles schwärmt für ihn“, schrieb damals jemand. Bismarck änderte auch seine Meinung zu einem deutschen Staat. Nach dem Sieg über Frankreich setzte er durch, dass dieser Wunsch vieler Menschen wahr wurde: Im Jahr 1871 wurde das Deutsche Reich gegründet. Danach war Bismarck für viele Menschen ein Held.

Der preußische König wurde Kaiser. Das Volk konnte Politiker wählen, die zumindest ein wenig mitreden durften. Das war damals ziemlich neu. Bismarck aber sicherte sich das Amt als Reichskanzler. Damit hatte er so viel Macht, dass er die Politik fast allein bestimmte. Er hielt nur den Kaiser und  Gott für seine Chefs.  Viele Leute ärgerten sich, dass Bismarck so eigenmächtig regierte. Andere bewunderten, was er alles für das Kaiserreich tat. Bismarck arbeitete meist bis spät in die Nacht. So hart und so lange, dass er öfter krank wurde.

Er vereinbarte mit anderen Ländern Frieden, um das Kaiserreich nicht durch Kriege zu gefährden. Er legte neue Regeln fest. Zum Beispiel, dass Menschen Geld vom Staat bekommen, wenn sie alt oder krank werden. Die Regeln gelten bis heute.

Bismarck verfasste aber auch strenge Gesetze gegen Menschen, die etwa mehr Rechte haben wollten und Kritik übten. Er hielt sie für „Reichsfeinde“. Der Kanzler hatte deshalb erbitterte Gegner. Ein Mann wollte ihn sogar töten. Bismarck wurde aber nur leicht verletzt. Er starb erst mit 83 Jahren. Auch nach seinem Tod wurde er weiterhin immer wieder stark kritisiert oder glühend verehrt.

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