zur Navigation springen

SOS-Kinderdorf : Wir sprechen Europäisch!

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

1000 SOS-Kinder aus ganz Europa verbringen ihre Ferien am Caldonazzo-See in Italien. 21 Kinder aus Lütjenburg waren auch dabei.

„Ich habe riesige Berge an uns vorbei fliegen sehen. Das war toll“, erzählt der 10-Jährige Marcel. Gut 16 Stunden waren sie mit dem Zug vom hohen Norden in den Süden unterwegs.

Julia (9) ist noch nie Zug gefahren: „Anfangs hatte ich ganz schön Angst. Aber Bahnfahren macht Spaß. Wir durften sogar Nintendo spielen“, erzählt sie.

Vier Wochen waren 21 junge Schleswig-Holsteiner im SOS-Feriencamp am Caldonazzo-See in Italien. Sie haben viele Abenteuer mit ihren 971 Freunden aus 14 europäischen Ländern erlebt.

In Caldo, wie die Kinder ihr Zeltlager liebevoll nennen, ist der Bär los! 1  000 Jungen und Mädchen aus ganz Europa fällt eben immer etwas ein, was sie anstellen können, um ihre Betreuer auf Trab zu halten. Und das Angebot ist riesig.

Jeden Tag können die Kinder basteln, Theater- und Fußballspielen, sich schminken lassen oder sogar Bergwanderungen zum Sonnenaufgang unternehmen. Aber was alle am liebsten tun, ist schlicht baden. „Ich glaube meine Kinder haben schon Schwimmhäute zwischen den Fingern“, lacht SOS-Mutter Bille. Sie bekommt ihre vier Schützlinge schon seit Stunden nicht mehr aus dem Wasser.

„Ich habe hier sogar mein Seepferdchen gemacht“, blubbert Julia kurz bevor sie mit ihrer Taucherbrille wieder den Boden des Sees nach Schätzen absucht.

Splash! Mit einer gigantischen Arschbombe landet Milan im Wasser. Der 11-Jährige aus Mazedonien hat wie Julia vor Kurzem erst schwimmen gelernt. Seither bewegt er sich wie ein Fisch im Wasser. Seine Spezialität: Ein Stern. Mit dem schindet er bei der Damenwelt mächtig Eindruck, wenn er mit verschmitztem Grinsen und ausgebreitet wie ein Stern eben, vom Steg ins Wasser kippt.

Hier auf dem Steg sprechen alle Kinder die weltbekannte Sprache „Europäisch“. „Wir reden mit Händen und Füßen, ein paar Brocken Englisch oder mit Hilfe der Erwachsenen“, irgendwie klappt das immer, findet der 12-jährige Jason.

„Ja, hier nähert sich Europa einander an“, grinst Betreuer Markus. „Nur wenn es um Mädchen geht, kann der Friede zwischen den Völkern schon mal leicht ins Wanken geraten… Das klären wir dann auf dem Fußballfeld. Aus Rivalen werden dann doch oft Freunde fürs Leben.“


zur Startseite

von
erstellt am 12.Aug.2015 | 05:34 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen