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Essen : Wildkräuter-Suppe von der Wiese

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Löwenzahn, Brennnessel,Spitzwegerich: Louisa, Julian und Lina haben sich daraus eine leckere Mahlzeit gekocht.

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2014 | 04:11 Uhr

Louisa sitzt auf einer blühenden Löwenzahnwiese. Schon oft hat die Achtjährige die leuchtend gelben Blumen gepflückt. Und daraus mit anderen Wiesenblumen einen bunten Strauß gebunden. Heute sieht sie sich die Pflanze etwas genauer an.

„Löwenzahn kann man essen. Aus den Blüten kann man ganz leckere Marmelade machen“, sagt Petra Le Meledo-Heinzelmann. Sie ist Kräuterexpertin. Die Frau zeigt Louisa und 15 anderen Kindern noch mehr essbare Wildkräuter auf einer Wiese. Mit den gesammelten Pflanzen will die Gruppe später eine Kräutersuppe kochen. „Da freue ich mich schon drauf. Ich mag Kräuter, die riechen immer so gut. Und ich mag gerne Suppe“, sagt Louisa.

Wildkräuter sind Kräuter, die in der Natur wachsen und nicht vom Menschen gepflanzt wurden. Jetzt im Frühling gibt es wieder viele von ihnen – im Wald, auf Wiesen und am Wegesrand. Viele Menschen wissen allerdings nicht, dass man aus den wilden Kräutern leckere Dinge zubereiten kann. Sogar die Brennnessel ist essbar. Dabei gibt es eine wichtige Grundregel: Pflücke immer nur das, was du kennst! Denn es gibt auch giftige Pflanzen, die man auf keinen Fall pflücken und essen darf. Wer in der Natur Kräuter sammeln will, muss sich gut auskennen. Es gibt Giftpflanzen, die man leicht mit harmlosen Kräutern verwechseln kann“, sagt die Kräuterexpertin Petra Le Meledo-Heinzelmann.

Auf der großen Wiese gibt es eine Menge essbarer Wildkräuter. Zum Beispiel das hübsche Wiesenschaumkraut oder die purpurrote Taubnessel. „Wenn man die Blüten der Taubnessel aussaugt, schmeckt man den süßen Nektar“, erklärt die Fachfrau. Alle probieren es aus.

Viele Wildkräuter haben eine heilende Wirkung. Der Spitzwegerich etwa hilft bei allen Arten von Stichen. Dazu muss man die Blätter in den Händen reiben, bis sie dunkelgrün und feucht werden. Danach gibt man den Pflanzensaft auf die juckende Körperstelle. „Das riecht ja nach Pilzen“, sagt der zehnjährige Julian, als er seine Hände mit dem geriebenen Spitzwegerich öffnet. Seine Schwester Lina hat vorher noch nie etwas von der Pflanze gehört. Sie ist schon auf ihren nächsten Mückenstich gespannt: „Das will ich unbedingt ausprobieren, ob das wirklich hilft“, sagt die Siebenjährige.

Nach dem Kräutersammeln steht das gemeinsame Kochen auf dem Programm. Bei der Zubereitung der Suppe packen alle mit an. Bevor die Kräuter mit anderen Zutaten in den Topf kommen, müssen sie klein geschnitten werden. Während der Arbeit lauschen alle den Kräutergeschichten der Expertin.

Dann ist es soweit: Der große Topf kommt auf den Tisch. Zufrieden löffeln die Kräuterhexen ihre selbst gemachte, grüne Suppe. „Die schmeckt richtig gut“, sagt Louisa. Und sie weiß jetzt schon: Zu Hause will sie die Suppe auf jeden Fall mit ihrer Mutter nachkochen.

 

 

 

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