Wissenschaft : Wieso Meeresforscher Fische fangen

Eva-Maria Brodte misst die Fische, um herauszufinden, ob sich ihre Größe verändert.
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Eva-Maria Brodte misst die Fische, um herauszufinden, ob sich ihre Größe verändert.

Um die Tiere im Meer zu schützen, müssen Wissenschaftler wie die Meeresbiologin Eva-Maria Brodte einige von ihnen an Land holen.

shz.de von
10. September 2016, 01:54 Uhr

Die Scholle zappelt an Deck. Eva-Maria Brodte nimmt den Fisch und legt ihn in einen Eimer. Sie ist Meeresbiologin und arbeitet auf Helgoland. Heute ist sie mit einer Gruppe auf der Nordsee vor der Insel unterwegs – mit dem Forschungsschiff Uthörn.

Die Forscher hatten zuvor ein Netz ausgeworfen. Darin haben sie die Scholle und viele andere Fische gefangen. Weil dieses besondere Netz nur Tiere am Grund des Meeres fängt, sind darin außer Fischen auch andere Tiere gefangen worden, die dort leben: Krebse zum Beispiel.

Auf dem Schiff wird der Fang sortiert. Alle Fische kommen in Eimer und danach in Becken. Sie werden untersucht. Die anderen Tiere werden wieder ins Meer geworfen.

Die Meeresbiologen möchten wissen, wie es den Fischen in der Nordsee geht. Deshalb fahren sie immer wieder mit ihrem Forschungsschiff hinaus und werfen das Netz aus. Wenn sie wieder an Land sind, bringen die Wissenschaftler die Fische in ihr Labor. Dort beginnt ihre Arbeit so richtig. Zunächst bestimmen sie, welche Fische sie gefangen haben und wie viele von welcher Art.

Jeder Fisch wird vermessen. Die Ergebnisse werden dann am Computer in eine Tabelle eingetragen. So können die Wissenschaftler sehen, ob sich etwas verändert: Ob die Fische plötzlich kleiner sind als früher, ob neue Arten auftauchen oder ob andere verschwinden.

So haben die Wissenschaftler schon herausgefunden, dass die Nordsee sich verändert. Das Meer wird etwa wärmer. Das hat mit dem Klimawandel zu tun.

„Einigen Fischen ist es hier bei uns schon zu warm geworden“, sagt Eva-Maria Brodte. „Den Kabeljau gibt es hier zum Beispiel nur noch ganz selten. Dieser Fisch hat sich in den letzten Jahren weiter nach Norden zurückgezogen.“ Dort ist es kühler. Auch an diesem Tag ist den Wissenschaftlern kein Kabeljau ins Netz gegangen.

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