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So geht’s : Wie Puppen laufen lernen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zehn Jahre brauchten die Filmmacher für den Stop-Motionfilm „Die Boxtrolls“.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2014 | 01:05 Uhr

Die Stop-Motion-Technik gibt es schon fast genauso lange wie den Film selbst. Der erste Stop-Motion-Kinokurzfilm ist aus dem Jahr 1898 und handelt von einem Spielzeugzirkus mit Tieren und Akrobaten.

Wie man das macht, klingt eigentlich ganz einfach: Auf einer Arbeitsbühne werden Figuren und Gegenstände millimeterweise bewegt und jedes Mal wird davon eine Aufnahme gemacht. Im Film sind das dann 24 Bilder pro Sekunde! Am Ende hat man zigtausende von Bildern, und die müssen bearbeitet und zusammengefügt werden.

Doch lange bevor es so weit ist, bannen Illustratoren jede einzelne Szene und Figur auf Papier. Solch ein „Storyboard“ ist sehr wichtig, damit alle wissen, wie der Film später aussehen wird. So kann man auch noch Verbesserungen an Figuren und Design vornehmen. Trotzdem wird oft erst beim Drehen klar, was funktioniert und was nicht – und vor allem, was fehlt. Das muss dann auch erst einmal gezeichnet werden. Anhand der Storyboards werden später die Modelle aus vielen Materialien gebaut .

Was man gar nicht vermutet: Die gesprochene Darstellung einer Figur durch einen Schauspieler wird oft schon ein Jahr im Voraus aufgenommen und diese Interpretationen bauen die „Animatoren“ in ihre Arbeit mit ein.

Die Stop-Motion-Technik ist die Basis, aber ohne Computer geht bei einem Film heute gar nichts mehr. Techniken wie beispielsweise CG (Computer-generiert) für flüssige Bewegungsabläufe sorgen dafür, dass man als Zuschauer fast vergisst, dass man einen animierten Film sieht.

Der Stop-Motion-Animationsfilm „Die Boxtrolls“ ist eine Kombination aus Stop-Motion, klassischen Handzeichnungen und CG-Elementen. Für die riesige Zahl an Gesichtsausdrücken der Figuren wurden zum ersten Mal 3D-Drucker verwendet. So konnten zum Beispiel Augenbrauen und Münder schnell verändert werden.

Mit 79 Sets und über 20 000 handgemachten Requisiten ist „Die Boxtrolls“ die größte Produktion in der Geschichte der Stop-Motion-Filme.

Von der Idee, aus dem Buch „Arthur und die Käsediebe“ von Alan Snow einen Film zu machen, bis zu seiner Fertigstellung sind fast zehn Jahre vergangen. Und warum musste es ein Stop-Motion-Film werden? Regisseur Anthony Stacci meint: „Es gibt doch keine besseren Figuren für einen Stop-Motion-Film als magische Wesen, die in ihren eigenen schildkrötenpanzerartigen Schachteln auftauchen.“

 

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