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Erste Hilfe : Wie Elias und Reik Leben retten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Unfälle können immer und überall geschehen. Gut, wenn man dann weiß, was zu tun ist.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2016 | 01:44 Uhr

Malte Kleist liegt auf der Baustelle am Boden und schreit. „Aua, ich verblute, helft mir“, ruft er. An seinem Arm klafft eine gefährlich aussehende Wunde, aus der scheinbar viel Blut läuft. Neben ihm liegt eine Flex. Es sieht so aus, als hätte er sich daran geschnitten.

Elias und Reik eilen Malte zu Hilfe. Die beiden Jungen aus Glücksburg und Flensburg wissen, dass es nur eine Übung ist. Denn sie lernen gerade in einem Kurs Erste Hilfe, und Malte Kleist von der Outdoorschule Süd aus Freiburg ist einer der Kursleiter. Trotzdem werden die beiden Jungen nervös, denn die Wunde an Maltes Arm sieht zum Gruseln aus. Und er spielt sehr überzeugend den Verletzten.

Doch Elias und Reik haben schon viel gelernt. Die beiden reden beruhigend mit dem Unfallopfer. Elias nimmt einen Verband aus dem Erste-Hilfe-Set und verbindet die Wunde mit leichtem Druck, damit die Blutung aufhört. Dann erst fällt ihm ein, dass sie Hilfe rufen müssen. „Hast du ein Handy dabei?“, fragt Reik Elias. „Ja“, sagt der Elfjährige, nimmt es aus der Tasche und tut so, als würde er 112 wählen, um den Notarzt zu alarmieren.

„Mir ist so kalt“, sagt Malte immer wieder. Die beiden Jungen ziehen ihre Jacken aus und legen sie über den Verletzten. „Der Rettungswagen kommt gleich“, sagt Elias beruhigend.

„Schnitt! Lasst uns jetzt die Situation besprechen“, ruft Angela Matheuser. „Wie habt ihr euch gerade gefühlt?“, fragt die Kursleiterin von der Outdoorschule. „Gut, dass das nicht echt war“, sagt Elias. „Ich glaube, wir waren beide ganz schön aufgeregt“, meint Reik.

Dann dürfen die anderen Kursteilnehmer, die in diesem Fall nicht helfen sollten, sondern Zuschauer waren, sagen, was ihnen aufgefallen ist. „Ich hätte die Flex erstmal außer Reichweite gelegt“, sagt Manuela. „Genau, als erstes sollte man immer den Unfallort absichern“, erklärt Angela. Gerade auf einer Baustelle gibt es viele Gefahren. Und der Übungsort für diesen Kurs ist der Flensburger BMX- und Skatepark Schlachthof. Gerade wird hier eine neue Rampe gebaut. Da kann so ein Unfall auch einmal wirklich passieren. Aber auch das BMX-Biken, das den beiden Jungen so viel Spaß macht, ist ein gefährlicher Sport. Elias und Reik haben hier schon einige Unfälle gesehen.

„Wir hätten auch schneller Hilfe rufen müssen“, fällt Reik jetzt ein. Angela stimmt zu: „Das muss alles ganz schnell gehen.“ Deshalb ist es ihr wichtig, dass alle Teilnehmer diese Rettungssituationen so echt wie möglich erleben, denn so lernen Elias, Reik und die anderen, unter Stress richtig zu reagieren. Und im Notfall sollten die beiden Helfer die Rollen aufteilen. „Einer sollte am Patienten sein und einer koordinieren, also den Unfallort sichern und den Notruf wählen zum Beispiel“, erklärt Angela.

„Jetzt weiß ich schon, was ich nächstes Mal besser machen kann“, sagt Elias.

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