zur Navigation springen

Ballonfahrt : Wie ein Vogel über Wolken fliegen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mucksmäuschenstill und beinahe schwerelos: Ein berühmter Fahrer verrät was das Besondere am Ballonfliegen ist.

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2015 | 16:52 Uhr

In einem Korb in die Höhe schweben und davonfliegen – das liebt Wilhelm Eimers. Er ist Ballonfahrer und in seiner Sportart eine echte Berühmtheit. Der 65-Jährige hat mit dem Ballon schon viele Wettbewerbe gewonnen und Rekorde aufgestellt. Unserem Kina-Reporter erzählt er davon.

Worauf kommt es beim Ballonsport an?

Viele Dinge kann man messen und berechnen. Zum Beispiel Luftströme und Windrichtung. Aber ein guter Ballonfahrer hat das Fliegen auch im Gefühl. Er muss spüren können, in welcher Höhe er am schnellsten vorankommt. Sie machen auch bei Wettbewerben mit. Wie läuft ein Rennen mit dem Ballon ab?

Das ist ganz unterschiedlich. Sehr bekannt ist die sogenannte Fuchsfahrt. Da jagen alle Ballonfahrer einem anderen Ballon hinterher. Oder: Alle Fahrer sind eine bestimmte Zeit lang mit ihrem Ballon unterwegs. Wer dabei die weiteste Strecke zurücklegt, gewinnt. Darauf kommt es zum Beispiel beim Gordon-Bennett-Cup an. Das ist das berühmteste Ballonrennen der Welt.

Ist das sehr anstrengend?

Aber ja! In der kleinen Gondel unter dem Ballon ist wenig Platz. Und den muss man sich auch noch mit einem Partner teilen. Stell dir vor, du musst stundenlang nur am Schreibtisch sitzen. Oder sogar mehrere Tage. Zusammen mit einem Freund. Du darfst nicht zwischendurch aufstehen und eine Runde spazieren gehen. Und dabei musst du immer gut aufpassen. Auf das Wetter, auf die Berge.

Haben Sie manchmal Angst, wenn Sie so hoch über der Erde schweben?

Die Fahrt in einem Ballon ist eigentlich nicht gefährlich. Ein Gasballon stürzt nicht einfach so ab. Der sinkt höchstens irgendwann zu Boden. Höhenangst hat man dort oben auch nicht. Weil man nicht schätzen kann, wie weit man vom Erdboden entfernt ist.

Gibt es auch gefährliche Situationen?

Wenn wir aus der Ferne ein Gewitter sehen oder Donner hören, müssen wir sofort landen. Da fragt man sich dann schon einmal: Landen wir irgendwo im Wasser und müssen schwimmen oder mit einem Boot abgeholt werden? Oder landen wir nur im Dreck und dürfen dann den ganzen Tag den Ballon putzen?

Was ist das Besondere an der Ballonfahrt?

Dort oben in so einer Gondel ist alles friedlich. Es ist muxmäuschenstill, weil der Ballon mit dem Wind fährt. Und man kann in alle Richtungen schauen. Das geht in einem Flugzeug nicht. Ich durfte schon tolle Landschaften von dort oben bewundern. Besonders in Skandinavien. Man bekommt einfach einen anderen Blick auf die Dinge. Während da unten so viele Leute streiten und glauben, sie seien schrecklich wichtig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen