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Zikita : Wie ein Hausmeister Schule macht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kaffee kocht Joachim Michaels gern für die Lehrer. Aber der Handwerker hat auch noch eine Menge mehr Arbeit auf dem Zettel.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2017 | 15:22 Uhr

Gestern sind wir mit der nächsten Runde von Zikita an den Start gegangen und wollen unseren jüngsten Leserinnen und Lesern zeigen, wie spannend Schule sein kann und was alles zu ihr gehört. Deshalb stellen wir auch jede Woche einen typischen Beruf an der Schule vor. Heute: Der Hausmeister.„Möchten Sie einen Kaffee?" fragt Hausmeister Joachim Michaelis. Davon hat er nämlich fast so viel, wie ein paar Eimer voll. Ganz früh morgens um halb sieben wird der schon gekocht. Denn falls ihr es noch nicht gewusst habt: Kaffee ist ein Aufweck-Trank für müde Lehrer. Und die kann ja nun wirklich keiner gebrauchen. Der Kaffee muss also fertig sein, wenn die Lehrer in die Schule kommen. Und genau deshalb ist das Kaffee-Kochen auch eine sehr wichtige Aufgabe.

Herr Michaelis arbeitet an der Gorch-Fock-Schule in Kappeln. Neben dem Kaffee-Kochen hat er noch viele andere Aufgaben. Man könnte sagen, es gibt eigentlich keine Aufgabe, die er nicht hat.

Er ist ein echter Frühaufsteher und immer der Allererste in der Schule. Türen aufschließen und Licht anschalten: So beginnt ein typischer Tag für ihn.

Danach kann alles Mögliche passieren. Er hält zum Beispiel emsige Maulwürfe davon ab, den ganzen Schulrasen umzugraben. Oder er kürzt Büsche und Sträucher, damit die Schule nicht zuwächst. Riesige Stapel mit Kopierpapier räumt er weg. Besonderen Spaß machen ihm Fahrten mit dem schuleigenem Bus. Da passen acht Schüler plus den Fahrer hinein. Herr Michaelis bringt die Schüler damit zu Klassenfahrten oder auch zu Auflügen. „Meine Lieblingsaufgabe? Hausmeister sein!“ sagt er und lacht.

Dann zieht er seine Schreibtisch-Schublade auf. Darin liegen kleine bunte Figuren. „Das sind Ersatz-Spieler für den Tischkicker in der Pausenhalle. Manchmal muss ich die Spielfiguren austauschen, da brechen gern mal die Füße ab." erklärt er.

Im bunten und wuseligen Schulalltag wird es jedenfalls nie langweilig. Wenn sein Telefon nicht gerade klingelt, dann gibt es genug zu tun. Wenn der Hausmeister durch die Schule geht, dann hört er sehr oft ein „Hallo, Herr Michaelis!“. Die Schüler kennen ihn.

Einmal haben Kinder „Fasching“ in der Toilette gespielt. Das Toilettenpapier war dann, wie Luftschlangen, überall herumgewickelt. Da musste Herr Michaelis den Schülern erklären, dass das so nicht geht. „Mir fällt es aber manchmal schwer, ernst zu bleiben“, sagt er. Denn er war ja auch selbst mal jung.

Bei Notfällen hilft Herr Michaelis natürlich sofort. Wenn sich jemand verletzt hat oder die Schule unter Wasser steht zum Beispiel. Er wohnt auch auf dem Schulgelände. Das hat viele Vorteile, denn dadurch ist er zu jeder Zeit immer schnell zur Stelle.Und einen weiten Arbeitsweg hat er auch nicht. Dafür kann es aber auch mal sein, dass man nachts aus den Federn muss, wenn irgendetwas ist. Meistens ist es aber ruhig, sagt er. Bei seinen Kontrollgängen in der Nacht durch die Schule ist sein Markenzeichen eine Taschenlampe. „Das ist viel einfacher, als das große Licht überall anzuschalten.“

Der Tag eines Hausmeisters endet also eigentlich nie so richtig. Im letzten Jahr war Herr Michaelis aber auch für zwei Wochen im Urlaub. Da hat ihn dann sein Kollege vertreten.

„Mir macht das hier einfach Spaß“ lacht er und nimmt noch einen Schluck Kaffee. Und das ist das ist doch eigentlich das Wichtigste bei allen Dingen – Spaß haben und lachen zu können.





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