zur Navigation springen

Türöffner-TAg in Tetenbüll : Wie die Maus zum Schafskäse kam

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der „Sendung mit der Maus“-Macher Christoph Biemann und 100 Kinder von überall her waren in der „Friesischen Schafskäserei“ zu Besuch.

Redlef Volquardsen kommt aus Nordfriesland, genauer gesagt aus einem kleinen Ort, der Tetenbüll heißt und nicht weit von der Nordsee entfernt liegt. Er und seine Frau Monika betreiben dort seit vielen Jahren die „Friesische Schäfskäserei“. Sie haben dort eine Menge Schafe auf einer großen Weide stehen. 120 sind es im Moment und zweimal am Tag werden diese Schafe gemolken. Die gesammelte Milch wird in der eigenen Meierei zu Käse verarbeitet und dann unter anderem im hauseigenen Hofladen verkauft.

Hört sich erst einmal ganz einfach an, aber bis der Käse verpackt werden kann, müssen Monika und Redlef Volquardsen ziemlich viel Arbeit reinstecken. Zudem ist der Betrieb auch noch ein sogenannter Biolandhof, und diese Auszeichnung bekommt man in der Landwirtschaft nur dann, wenn strenge Auflagen erfüllt sind und besonders gut mit der Natur und den Tieren umgegangen wird. Beispielsweise wird in der „Friesischen Schäfskäserei“ ohne Gentechnik gearbeitet und das Tierfutter bekommt keinerlei chemische Zusätze.

Der „Sendung mit der Maus“-Macher Christoph Biemann fand die „Friesische Schäfskäserei“ so interessant, dass er die Betreiber gefragt hat, ob sie nicht beim Türöffner-Tag mitmachen wollen. Seit über 40 Jahren gehört der Moderator zum Team der „Sendung mit der Maus“ und spürt für seine jungen Zuschauer in ganz Deutschland interessante Themen auf und öffnet die Türen von Unternehmen. Monika und Redlef Volquardsen haben sofort ja gesagt. Tochter Klara ist Fan der Maus und Führungen für Kinder und Erwachsene organisieren die Käsereibesitzer ohnehin ständig. Über 100 Anmeldungen standen auf der Liste und viele Familien hatten einen weiten Weg auf sich genommen, um dabei zu sein.

In großen Glasschüsseln rührte Monika Volquardsen vorher schon Milch an und gab ein bestimmtes Pulver dazu. Das Pulver heißt Lab und kommt aus dem Magen der Kälber. „Das sorgt dafür, dass die Milch dick wird“, erklärte sie. Nach einer Dreiviertelstunde ist die Milch zu einer Art Pudding geworden. Die Türöffner-Teilnehmer durften die Masse in kleine Stücke schneiden. Diese Brüche geben Molke ab, die abgeschöpft werden muss. Dafür wird die Milch in einen Becher mit durchlöchertem Boden gegeben. So kann die Molke abfließen. Einen Tag später kommt das Ganze in eine Salzlage. Davor durfte natürlich probiert werden. „Schmeckt irgendwie komisch“, fand Johanna-Lea (9).

In der ganzen Schafskäserei standen die Türen weit offen, doch am interessantesten war es wohl im Melkstand. Wo sonst 24 Schafe an Maschinen angeschlossen werden, durften jetzt die Besucher stehen. Dort erzählte Redlef Volquardsen wie die Milch abgepumpt wird und dass das den Schafen überhaupt nicht weh tut. „Das ist so, als ob ihre Lämmer saugen würden.“ Pro Tag gibt ein Schaf übrigens bis zu zwei Liter Milch. Die Molkerei selbst konnte man nur durchs Fenster sehen. „Hier drin muss es so sauber sein, wie in einem Operationssaal“, sagte der Käsefachmann.

Danach ging es für die Gruppe zu den Schafen auf die Weide. Mareike, das Lieblingsschaf von Redlef Volquardsen, kam gleich angetrottet. Nur die anderen sahen den Zweibeinern eher kritisch entgegen. „Schafe haben Angst vor Menschen. Sie sehen nicht so gut, und wenn ihr auf sie zurennt, denken sie, ihr seit Wölfe“, erklärt der Schafsbesitzer. Doch nach ein paar Minuten beschnuppern ließen sich die Schafe nur zu gern streicheln.

Mareike ließ sich auch geduldig ins Maul schauen und zeigte ihr Gebiss. „Schafe sind Wiederkäuer, darum haben sie riesige Backenzähne. Sie schlucken ihr Essen im Ganzen runter und wenn sie genug Zeit haben, würgen sie es wieder hoch, um es dann zu zerkauen.“ Das fand Henrick (9) allerdings ganz schön eigenartig und verzog das Gesicht.

Am Schluss durfte jeder noch von der Milch, die direkt aus dem Schafseuter kam, trinken. „Die schmeckt total süß“, fand Ida (6). Vor allem Emma (3) konnte gar nicht genug davon bekommen.

Allen hat dieser Ausflug richtig gut gefallen und Christoph Biemann hatte seine Sendung schnell im Kasten.

Ausgestrahlt wird der Türöffner-Tag noch einmal am Sonntag, 19. Oktober, um 10.30 Uhr im Ersten, und um 11.30 Uhr im KiKa. Ansonsten kann man sich die Sendung auch bei You Tube ansehen.

zur Startseite

von
erstellt am 05.Okt.2014 | 11:12 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert