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Natur : Wie aus Teebeuteln Dünger wird

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bananenschalen, Gemüsereste, Pappe: Das fressen die Bewohner einer Wurmkiste gern und machen daraus Kompost.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2016 | 16:39 Uhr

Paula sticht mit einer kleinen Schippe in den dunklen Modder und gräbt eine Kuhle hinein. Zwischen Eierschalen, Zeitungspapier und allerlei braunem Matsch kommen glänzende, rote Würmer zum Vorschein. Als Paula einen der Würmer vorsichtig herausnimmt, zappelt er hin und her. „Die Würmer kribbeln, wenn sie auf der Hand liegen“, sagt sie.

Paula ist vier Jahre alt. Gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester wohnt sie in Köln. Das ist eine Stadt im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Bei Paulas Familie steht eine Wurmkiste auf dem Balkon. Das ist ein großer Kasten aus Holz, in dem besondere Regenwürmer leben. Sie heißen Kompostwürmer. „Die Würmer sind ungefähr so groß wie mein Zeigefinger“, erzählt Paula.

Paulas Vater Gero hat die Wurmkiste vor zwei Jahren aus Holzbrettern gebaut. „Wichtig ist, dass die Kiste an einigen Stellen Löcher hat“, sagt er. „Denn nur so kommt genug Luft hinein.“ Die Luft brauchen die Würmer und andere Lebewesen im Boden, um zu atmen.

Einmal pro Woche werden die Kompostwürmer bei Paulas Familie gefüttert. Sie fressen zum Beispiel Küchenreste, alte Blätter und Pappe. Die Würmer verdauen diese Abfälle und scheiden sie am Ende als dunkle, krümelige Bröckchen wieder aus.

Sind alle Abfälle umgewandelt, hat man Kompost. Den kann man als Dünger für Pflanzen benutzen. Die Umwandlung nennen Fachleute auch Kompostierung. „Das ist ein Vorgang, der auch in der Natur ähnlich abläuft“, erklärt ein Experte.

Zum Beispiel im Wald: Dort fällt das Laub der Bäume auf den Boden und fängt an zu verrotten. Lebewesen wie Würmer, Pilze und Bakterien zerkleinern die Blätter und verwandeln sie in Dünger für die Bäume.

Die Bäume wachsen, verlieren im Herbst ihr Laub - und alles geht wieder von vorne los.„Regenwürmer sind für die Kompostierung besonders wichtig“, sagt der Fachmann. Denn sie schaffen es, ganze Blätter in ihre Gänge zu ziehen, die dann zerkleinert werden. Außerdem vermischen sie den neuen Kompost mit alter Erde.

Im Wald leben Regenwürmer im Boden. Doch wo kommen eigentlich die Würmer für die Wurmkiste her? „Ich habe die Kompostwürmer bei einem speziellen Geschäft bestellt“, sagt Paulas Vater Gero. „Nach ein paar Tagen kamen sie mit der Post an.“ Zu Beginn lebten in der Wurmkiste etwa 200 Kompostwürmer.

Mittlerweile sind es bestimmt viel, viel mehr. Denn wenn sich die Würmer wohlfühlen und genug zu fressen haben, legen sie Eier. Daraus schlüpfen dann neue Würmer.

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