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Politik : Wer, wie, was? Das Wahllexikon

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Was ist eine Partei, wer wird in der Wahlurne begraben und wer läuft über die Fünf-Prozent-Hürde? Heute haben wir für euch ein Wahllexikon zusammengestellt mit wichtigen Begriffen zur Bundestagswahl.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 17:17 Uhr

 

Was ist eine Partei?

Eine organisierte Gruppe von Leuten, die gemeinsame politische Ziele hat. Fünf Parteien sind bereits im Bundestag vertreten - die CDU, die SPD, die FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. Das sind aber längst nicht alle, die zur Wahl antreten. Insgesamt sind 34 Parteien vom Bundeswahlamt zugelassen, darunter zum Beispiel die Piraten, die Alternative für Deutschland oder auch eine Tierschutzpartei. Aber nicht alle Parteien treten auch überall an. Eine vollständige Liste dieser Parteien findet ihr hier.

Was sind Erst- und Zweitstimmen?

Bei der Wahl zum Bundestag haben die Wähler zwei Stimmen, eine „Erststimme“ und eine „Zweitstimme“. Das heißt, sie sollen auf ihrem Stimmzettel zwei Kreuzchen machen. Eines für einen Politiker aus der Umgebung, der als ihr Vertreter in den Bundestag soll. Und das zweite für eine Partei, die im Parlament sein soll.

Was ist eine Koalition?

Selten hat eine Partei genug Stimmen, um allein zu regieren. Dann müssen mehrere eine Koalition bilden. Das ist ein Bündnis von Parteien. Sie schließen sich zusammen, um regieren zu können. Denn eine Partei kann normalerweise nicht allein regieren, wenn nicht genügend Menschen sie gewählt haben. So kann sie nicht so viele Vertreter ins Parlament schicken, um dort die Mehrheit zu haben. Wer die Mehrheit hat, kann die anderen bei wichtigen Fragen überstimmen und eher seine Ideen durchsetzen.

Was ist die Fünf-Prozent-Hürde?

Über diese Hürde muss niemand laufen. Denn nur die Wähler können die Parteien über sie hinübertragen – mit ihren Stimmen: Eine Partei braucht bei der Wahl meist mindestens fünf Prozent der Stimmen, um Sitze im Bundestag zu bekommen.  Sind es weniger, ist die Partei in der Regel nicht im Parlament vertreten. Es gibt aber Ausnahmen.

Wie wird der Bundeskanzler gewählt?

Die Bundeskanzlerin oder der Bundeskanzler wird nicht von den Bürgern gewählt. Wer Regierungschef wird, darüber bestimmen die Abgeordneten im Bundestag. Bei der Bundestagswahl entscheiden die Wähler, wie viele Vertreter einer Partei ins Parlament kommen.

Was sind Abgeordnete?

Vertreter in einem Parlament, die vom Volk gewählt werden. Der Bundestag ist zum Beispiel ein Parlament. Abgeordnete werden auch Parlamentarier oder Volksvertreter genannt. Denn sie werden von den Bürgern gewählt, um diese zu vertreten. Um Abgeordneter zu sein, muss man aber volljährig sein.

Was ist die Opposition?

Wenn du eine andere Meinung hast als deine Eltern, dann bist du in der Minderheit. Das heißt, es stehen zwei gegen einen. Dafür gibt es auch einen Fachbegriff: Opposition. Das schwierige Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „im Widerspruch zur Mehrheit stehen“.

Auch in der Politik sprechen die Leute von der Opposition. Sie meinen dann die Parteien, die zwar in einem Parlament sitzen, aber nicht regieren. Das kann im Bundestag oder in einem Landtag sein.

Dort sind diese Parteien in der Minderheit. Das heißt, sie sind mit weniger Leuten vertreten als die regierenden Parteien.

Die Opposition regiert zwar nicht, aber sie hat trotzdem wichtige Aufgaben. Sie soll zum Beispiel die Regierung kontrollieren. Dafür fragt sie im Parlament genau nach, was geplant ist. Die Regierung muss dann Auskunft geben. Sie kann nicht einfach so vor sich hin regieren. Die Opposition soll ansprechen, wenn es Probleme bei der Politik der Regierung gibt.

Übrigens: Im Bundestag in Berlin gehören momentan drei Parteien zur Opposition - die SPD, die Grünen und die Linke. Sie sind in der Minderheit. Die Regierungs-Mehrheit haben die CDU, CSU und die FDP.

Was sind Wahllokal, Wahlkabine und Wahlurne?

Am Wahltag gehen die Leute ins Wahllokal, um zu wählen. Das ist kein Restaurant, sondern meist eine Schule oder ein anderes Gebäude, das für einen Tag zum Wahllokal wird.

Gewählt wird in einer Kabine oder an Tischen, die mit Vorhängen oder Stellwänden umgeben sind. Das sind die Wahlkabinen. Niemand soll zusehen können, wo jemand sein Kreuzchen macht. Denn Wahlen sind geheim.

In der Wahlurne wird niemand begraben. Die Wahlurne ist eine verschlossene Box mit einem Schlitz. Dort hinein werfen die Wähler ihren Stimmzettel bei der Wahl. Niemand weiß dann, welcher Zettel von wem stammt.

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