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Seefahrt : Wenn ein Schiff kommt, gibt’s Musik

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In Wedel an der Elbe werden große Kähne auf besondere Weise begrüßt. Ein Besuch bei der Schiffsbegrüßungs-Anlage.

Wolfgang Adler ist ein Kapitän ohne Schiff. Er hat einen grauen Vollbart, trägt eine dunkelblaue Uniform mit goldenen Verzierungen auf der Schulter und weiß sehr viel über Schiffe. Doch sein Arbeitsplatz ist nicht auf dem Wasser, sondern an Land. Er ist ein Begrüßungs-Kapitän.

Immer wenn ein Schiff nach Hamburg kommt oder den Hafen wieder verlässt, fährt es an dem „Willkomm Höft“ vorbei. So nennt man die Schiffsbegrüßung-Anlage in Wedel. Sie ist am Ufer des Flusses Elbe bei Hamburg. Wenn ein großes Schiff den Hafen von Hamburg ansteuert oder verlässt, ertönt laute Musik. Die Schiffe begrüßt und verabschiedet Wolfgang Adler aus einem kleinen Raum am Ufer. Der Raum ist dunkelblau gestrichen und die Möbel sind aus rotbraunem Holz. Es sieht tatsächlich ein bisschen so aus, als wäre man auf einem Schiff.

Gleich ist es so weit: Wolfgang Adler hat eine E-Mail bekommen, in der ein Schiff angekündigt wird. „Das Schiff heißt Wilson Dover“, sagt Wolfgang Adler. Der Begrüßungskapitän steht an einem Pult in der Kabine. Durch das große Fenster kann er auf die Elbe gucken.

Im Computer wählt Wolfgang Adler das Land aus. In dem Gerät sind 150 Nationalhymnen gespeichert. Außerdem ist die Begrüßung und Verabschiedung in der jeweiligen Landessprache dort zu finden. Auf Barbados spricht man Englisch.

Die „Wilson Dover“ läuft aus. Also verabschiedet Wolfgang Adler das Schiff. Es ertönt: „Hamburg wünscht Ihnen eine gute Reise. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen in unserem Hafen. Gute Reise!“ Über die Lautsprecher am Flussufer schallen der Text und die Musik bis zu den Schiffen. Die Seeleute kennen das schon, viele freuen sich darauf. Manche Kapitäne bedanken sich auch. Dann tuten sie laut.

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erstellt am 23.Mär.2015 | 01:21 Uhr

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