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Traditionen : Wenn die Drachen tanzen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bald ist Neujahr. Nein, das ist kein Scherz! In China feiern die Menschen das neue Jahr erst Ende Januar.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2014 | 05:48 Uhr

Beim ersten Knall wissen alle in dem kleinen Dorf Bescheid: Der Drache kommt. Die Bauern und Bäuerinnen laufen auf die kleine Straße und sehen ihn schon am Eingang des Ortes. Das Dorf ist in dem Land China.

Natürlich ist es kein richtiger Drache, sondern Tänzer mit einem riesigen Drachenkostüm. Der Drache ist rot, gelb und grün und hat ein großes Maul. Immer wieder werfen die Männer Knaller auf den Boden, um den Drachen im Dorf anzukündigen.

Zum Neujahrsfest soll das Glück ins Haus kommen

Neujahr ist in China der wichtigste Feiertag des Jahres. Am letzten Tag des alten Jahres versammelt sich die gesamte Familie zu einem gemeinsamen Essen. Am Abend werden alle Fenster und Türen geöffnet, um Glück ins Haus zu lassen. Mit Feuerwerk sowie Drachentänzen und Löwentänzen wird das neue Jahr begrüßt. Chinesische Grundschulkinder haben meist einen Monat rund um Neujahr frei.

Das beliebteste Geschenk: Rote Umschläge

Die meisten Geschenke gibt es in China zum Neujahrsfest. Darauf freuen sich dort besonders die Kinder. Das beliebteste Geschenk heißt „Hong Bao“. Das ist Chinesisch und bedeutet roter Umschlag.Dabei geht es nicht unbedingt um die Umschläge selbst. Sondern um das, was in den Umschlägen steckt: die Geldscheine. Damit kaufen sich die Kinder selbst etwa Spielsachen.Die Umschläge haben eine lange Tradition in China. Sie sollen böse Geister abwehren. Außerdem ist die rote Farbe wichtig. Denn Rot steht in China für Glück.

Jetzt kommt das Jahr des Pferdes

Die Chinesen benutzen zwar genauso wie wir den Kalender, bei dem das Jahresende auf den 31. Dezember fällt. Ihre großen Feste richten sie aber immer noch nach einem uralten Mondkalender aus. So kommt es, dass das traditionelle Neujahrsfest in China an einem anderen Tag gefeiert wird als unser Neujahr. In diesem Jahr eben am 31. Januar.Außerdem steht in China jedes Jahr im Zeichen eines Tieres. Insgesamt hat der chinesische Tierkreis zwölf davon. Noch sind wir im Jahr der Schlange. Aber am 31. Januar beginnt das Jahr des Pferdes.

 

Das Kostüm sieht absichtlich so furchtbar aus. Denn viele Menschen in China glauben an Geister. Der Drache soll die bösen Geister vertreiben. Er kommt jedes Mal zum chinesischen Neujahrsfest in das kleine Dorf. Die Bauern freuen sich immer darauf. Der Drachentanz hat eine lange Tradition in China. Die Bauern kennen ihn schon von ihren Eltern, und die kennen ihn von ihren, und so weiter.

Vor den Drachentänzern läuft ein Mann. Er hält eine Stange mit einer großen Kugel in den Händen. Er gibt die Richtung für den Tanz vor. Denn der Drache verfolgt mit seinem Kopf die Kugel. „Sie steht für Geld und Wohlstand“, sagt eine Bäuerin. „Erst ganz am Ende fängt der Drache sie mit seinem Maul. Dann ist der Tanz vorbei.“ Aber vorher haben die Männer mit dem Ungetüm noch viel vor.

Nacheinander tragen sie den Drachen in jedes Bauernhaus. Denn die bösen Geister sollen auch aus den letzten Winkeln des Dorfes vertrieben werden. Wenn sie in einem Haus fertig sind, schmeißen sie am Ende vor die Haustür wieder Knaller. Durch den Krach sollen die Geister auf keinen Fall wieder zurückkommen. Bevor sie zum nächsten Haus weiterziehen, steckt der Bauer aus dem Haus den Tänzern einen „Hong Bao“ zu. Das ist Chinesisch und heißt roter Umschlag. In dem Umschlag ist Geld für die Tänzer.

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