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Feiern : Weihnachten in einem fremden Land

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Schnee, Kerzen und Gemütlichkeit – so muss das Fest nicht aussehen. Sechs Jugendliche erleben die Adventszeit fern von zu Hause.

Was ist das schönste an der deutschen Weihnachtszeit? Der Weihnachtsmarkt! Da sind sich Annie, Mario und Daniel einig. Die drei kommen von weit her und sind aus ihrer Heimat andere Traditionen gewohnt. Annie kommt aus den USA, Mario aus Mexiko und Daniel aus Kolumbien, also sind sie in Nord-, Mittel- und Südamerika zu Hause.

Sie sind als Austauschschüler für ein Jahr in Flensburg und Umgebung. Ermöglicht wird dieses Austauschjahr vom Rotary Jugenddienst Deutschland. Für jeden Austauschschüler, der nach Deutschland kommt, fährt auch einer in ein anderes Land. Deshalb heißt es ja auch Austausch. Der Rotary-Club Flensburg Schiffbrücke, der diesen Austausch organisiert, hat dafür zwei Schüler nach Südamerika geschickt, Justus nach Chile und Christoph nach Peru, und außerdem Leif nach Spanien in Südeuropa.

Die sechs Jugendlichen staunen, wie unterschiedlich Weihnachten doch gefeiert wird – und erzählen uns davon.

Chile

Justus freut sich darauf, Weihnachten in Südamerika zu verbringen. „Weihnachtsstress gibt es hier nicht. Wenn in Deutschland bereits die ersten Lichterketten leuchten, ist hier alles wie immer“ schreibt Justus aus Chile.

Der größte Unterschied ist aber, dass dort gerade Hochsommer ist. Glücklicherweise beginnen jetzt auch die drei Monate langen Sommerferien. „Weihnachten in den Sommerferien – das ist ein sehr komisches Gefühl. Da kommt nicht so richtig Weihnachtsstimmung auf“, schreibt Justus. Das Raclette-Essen mit seiner Familie wird Justus vermissen. Stattdessen gibt es einen Truthahn mit Kastanien gefüllt und dazu „Pan de Pascua“, ein süßes Weihnachtsbrot.

Mexiko

Warmes Wetter an Weihnachten – das ist für Mario der Normalfall. Deshalb freut sich der Mexikaner über den wärmenden Punsch auf dem Flensburger Weihnachtsmarkt und die leckeren Mutzen. „In Mexiko treffen wir uns in dieser Zeit jeden Tag mit Freunden und essen viel. Meistens nehmen wir zu dieser Jahreszeit zu“, erklärt der 17-Jährige. Am 24. Dezember gehen die Menschen in Mexiko in die Kirche und danken für alles Gute, was das Jahr gebracht hat. Dann spielt Mario mit seiner Familie Karten, sie machen Fotos, trinken Wein und reden bis spät in die Nacht.

Peru

Auch in Peru gibt es große Familienfeste zu Weihnachten. „Für die Noche Buena, die Heilige Nacht, trifft man sich mit der ganzen Großfamilie, nicht nur mit Eltern und Geschwistern, sondern auch Tanten, Onkels, Cousinen und Cousins“, hat Christopher schon erfahren. Der Abend ist aber nicht ruhig, sondern es werden Spiele gespielt, Lieder gesungen, und es wird natürlich gut gegessen. Es gibt hier keine typischen Weihnachtsgerichte. Jeder bringt etwas, das ihm schmeckt, für ein Buffet mit. Um Mitternacht geht man dann auf die Straße, und es gibt wie in der Nacht zu Neujahr Feuerwerke.

Kolumbien

Partys gehören auch für Daniel aus Kolumbien zu Weihnachten. Schon am 7. und 8. Dezember gibt es ein großes Fest zu Ehren der heiligen Maria. Alle Menschen zünden Kerzen an und feiern im Garten. An Heiligabend geht es weiter. Die ganze Nachbarschaft tanzt dann am Abend bei einer riesigen Party zu Livemusik. Und auch, wenn er in Flensburg gern Punsch und Mutzen auf dem Weihnachtsmarkt nascht: „Das ist es, was ich am Fest in meiner Heimat lieber mag“, sagt der 17-Jährige.

USA

Für Annie ist die deutsche Weihnachtszeit nicht so fremd. „Bei uns beginnt die Adventszeit direkt nach Thanksgiving Ende November“, erklärt die 16-Jährige. Sie kommt aus den USA, und dort ist vieles ähnlich – allerdings mit mehr leuchtendem Weihnachtsschmuck. Außerdem gibt es dort die lustige Tradition, dass alle am Heiligabend neue Schlafanzüge bekommen. Santa Claus kommt aber erst in der Nacht, und die große Bescherung ist am ersten Weihnachtstag. Die jüngeren Kinder stellen Milch und Kekse für ihn hin und manchmal auch noch Karotten oder Hafer für Santas Rentiere.

Spanien

Noch länger müssen nur die Spanier auf die Geschenke warten – bis zum 6. Januar. Doch auch das Weihnachtsfest selbst wird mit gutem Essen gefeiert, typischerweise mit Lamm mit Rotkohl, erklärt Leif aus Flensburg.

Eine Tradition hat ihn erstaunt: „Das allerwichtigste in der spanischen Weihnachtszeit sind die Weihnachtslotterien. Ganz Spanien sitzt mit den Losen in der Hand, angespannt vor dem Fernseher. An diesen Lotterien nehmen fast alle Spanier teil.“

Aber eines ist bei Leif, Annie, Daniel, Mairo, Christoph und Justus gleich: Weihnachten ist ihnen wichtig – und die Zeit in ihrem Austauschjahr, in der sie besonders viel an zu Hause denken.

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erstellt am 19.Dez.2016 | 01:11 Uhr

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