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Tiere : Was trägt der moderne Hund?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fell allein reicht nicht mehr aus: Viele Herrchen statten ihre Tiere mit Winterkleidung aus. Ob das nötig ist? Darüber sind die Meinungen geteilt.

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2014 | 05:31 Uhr

Draußen ist es bitterkalt – und nicht nur die Menschen gehen in dicken Jacken eingepackt vor die Tür. Richtige Laufsteg-Schönheiten auf vier Pfoten sind jetzt auf den Gehwegen unterwegs. Sie tragen schicke Jäckchen oder trendige Pullover. Ihre Herrchen und Frauchen verpassen ihnen das modische Outfit.

„Sie mag das. Sie wackelt dann immer so mit ihrem Hinterteil“, sagt Adrianne Straub und blickt auf ihre Hündin Donna. Donna ist eine Kurzhaardackel-Dame. Sie steckt in einem schwarz-rot-grauen Strickoberteil mit Hosenträgern und Röckchen. Frauchen hat die Kleider für Donna und ihre anderen beiden Dackel selbst gestrickt. „Wir haben auch gekaufte Mäntel, aber dafür ist es noch nicht kalt genug“, sagt Adrianne Straub. Die Tiere seien so nah am Boden, da sei ein Kälteschutz schon sinnvoll. Wer sich in den Fachgeschäften umhört, erfährt, dass viele Hundebesitzer ähnlich denken.

Sandra Neuwerck hat gerade neue Pullover bestellt. „Sobald es kälter wird, kommen viele Kunden“, sagt die Ladenchefin von „V.I.Pets“ in Hamburg. Wer möchte, kann hier eine Kombi aus wärmender Weste und Regencape für mehr als 300 Euro kaufen.

Neu ist, dass auch größere Hunde mit Winterkleidung ausstaffiert würden. „Mode spielt dabei gar nicht so eine große Rolle. Es soll vor Nässe und Kälte schützen.“ Ihr eigener Hund Jamali, ein Rhodesian Ridgeback, hat daher von Anfang an einen funktionalen Mantel bekommen. „Bei Rassen ohne wärmende Unterwolle im Fell ist das sinnvoll“, meint Sandra Neuwerck.

Mantel-Pflicht in der Hunde-Kita

Manchmal ist nicht nur das Mode-Bewusstsein der Hundehalter der Grund für die tierische Mode. Viele Hundebesitzer müssen auch jeden Tag zur Arbeit gehen und lassen ihre Lieblinge in dieser Zeit in der Hunde-Kita betreuen. Dort sind Mäntel oft schon Pflicht, egal ob ein kleiner Fiffi oder ein mächtiger Jagdhund in die Betreuung gebracht werden.

Ob das wirklich nötig ist? Da sind die Meinungen geteilt. Udo Kopernik ist Sprecher des Verbandes für das Deutsche Hundewesen. Er sagt, Hundekleidung habe es im Grunde schon immer gegeben – zum Beispiel die Dackeldecke. „Es liegt eher daran, dass die Hunde die Städte erobert haben“, sagt Kopernik. Sie leben in beheizten Wohnungen und seien deshalb weniger an den kalten Winter angepasst. Und Rassen ohne Unterwolle hätten eben auch weniger Polster. Bei diesen Hunden hält er die Mäntel für angebracht.

Tierschützer: „Bei gesunden Hunden reicht das Fell in der Regel aus.“

Tierschützer finden den Hundemantel meist überflüssig. „Der Mantel sollte eher die Ausnahme als die Regel sein“, meint Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund. Er glaubt, dass nur Hunde mit kurzem Fell, kranke oder alte Tiere so etwas brauchen. „Bei gesunden Hunden reicht das Fell in der Regel aber aus“, sagt Tünte.

Warum dann so viel Mode für den Vierbeiner verkauft wird? Wahrscheinlich, weil man damit Geld verdienen kann, meint Marius Tünte: „Immerhin gibt es in Deutschland mehr als fünf Millionen Hunde“, erklärt der Tierschützer.

 

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