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Politik : Was ist an den Grenzen los?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ohne Kontrollen von Land zu Land fahren – in großen Teilen Europas ist das meistens möglich. Doch gestern war das anders.

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2015 | 01:28 Uhr

Echt ratlos – das sind viele Politiker, wenn es um Flüchtlinge geht. Denn Tausende Flüchtlinge suchen Hilfe in Deutschland und anderen Ländern. In den letzten Wochen kamen besonders viele Flüchtlinge bei uns im Bundesland Bayern an. Sie suchen Schutz vor Krieg und Armut.

Dass demnächst weniger Flüchtlinge kommen, glaubt niemand. Genau deshalb sind die Politiker ratlos. Sie fragen sich: Wie versorgen wir die Menschen? Wer darf wirklich in Deutschland bleiben? Damit erst einmal weniger Flüchtlinge nach Deutschland einreisen, hat die Regierung am Sonntag beschlossen: Es wird Kontrollen an Grenzen geben.

Eigentlich können Autofahrer in einem großen Teil Europas einfach so von Nachbarland zu Nachbarland fahren, diesen Teil nennt man den Schengener Raum. Doch gestern standen auf Straßen Schilder mit den Hinweisen auf „Kontrolle“. Bundespolizisten überprüften, ob vielleicht Flüchtlinge in Autos oder Lastwagen saßen. Auf Autobahnen kam es durch die Kontrollen zu Staus.

Schengen: Ein Abkommen für offene Grenzen

Schengen ist ein Ort in unserem Nachbarland Luxemburg. Doch nicht nur das. Der Ort hat einer besonderen Vereinbarung ihren Namen gegeben – dem Schengener Abkommen.

Denn vor 30 Jahren trafen sich dort Vertreter von fünf Ländern. Sie unterschrieben das Abkommen und beschlossen damit unter anderem: An unseren gemeinsamen Grenzen gibt es bald keine Kontrollen mehr.

Die Menschen sollten dadurch leichter von einem Land in das andere reisen können. Die fünf Länder waren Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und die Niederlande.

Bis aber tatsächlich auf Grenz-Kontrollen verzichtet wurde, dauerte es noch 10 Jahre. So lange mussten Menschen an den Grenzen weiterhin mit ihren Autos anhalten, um ihre Ausweise vorzuzeigen. War alles okay, durften sie weiterdüsen.

Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Länder hinzu, die das Schengen-Abkommen unterzeichneten. Man kann sagen: Der Schengen-Raum wuchs.

Das heißt aber nicht, dass nun nirgends mehr Ausweise angeschaut werden. Statt der Grenzen zwischen den Schengen-Ländern, werden nun die Grenzen zu den außenliegenden Staaten kontrolliert.

Außerdem können in wenigen Fällen die Grenzen zwischen den Schengen-Ländern wieder für kurze Zeit kontrolliert werden. So wie jetzt gerade zwischen Deutschland und Österreich.

 

Experten sagen, die Regierung lässt die Kontrollen durchführen, weil sie ein Signal senden will: Zum einen an die Flüchtlinge, dass in Deutschland auf Dauer nicht alle von ihnen unterkommen können. Zum anderen soll es ein Zeichen an andere Länder in Europa sein, die kaum Flüchtlinge aufnehmen wollen. Es heißt so viel wie: Wir brauchen Unterstützung. Das Problem lässt sich nur gemeinsam lösen.

Doch es gibt auch Menschen, die die Kontrollen schlecht finden. Sie sagen, das löst das Problem nicht. Die Flüchtlinge sind trotzdem unterwegs. Man muss ihnen helfen.

 

 

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