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In einem fremden Land : Vorlesestunde im „Kinder“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Glückstädterin Janika (19) ist für ein halbes Jahr als Au pair in Australien. Für Kina erzählt sie vom Leben am anderen Ende der Welt.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2014 | 01:08 Uhr

In meiner Au-pair-Zeit in Australien passe ich auf zwei Kinder auf. Die fünfjährige Edwina geht in den Kindergarten. Die Australier verwenden dafür genau dasselbe Wort wie wir. Doch in der Umgangssprache kürzen sie viele Wörter ab – so wird zum Beispiel der „Kindergarten“ zu „Kinder“.

Edwinas „Kinder“ liegt in South Yarra inmitten eines Parks. Das ist 20 Fahrminuten von uns entfernt, im Südosten Melbournes. Von Dienstag bis Donnerstag bringe ich Edwina morgens mit dem Auto dorthin und hole sie meist nachmittags um halb 5 wieder ab.

Der Alltag im Kindergarten ist ähnlich wie in Deutschland. Die Gruppenräume sind gut ausgestattet und die Kinder können von dort direkt raus auf den umzäunten Spielplatz und in den Garten.

Im „Kinder“ werden manchmal Ausflüge gemacht und besondere Aktionen durchgeführt. Es gibt auch ein extra Programm für die Kinder, die im nächsten Jahr in die Schule kommen. Das alles unterscheidet den „Kinder“ von der Daycare für die Jüngeren, die Edwinas kleine Schwester Madeleine ab Januar mit dann 15 Monaten besucht.
Deutsch lernen mit der Raupe Nimmersatt

Vor ein paar Tagen war ich zusammen mit Edwina im Kindergarten und habe den Kindern vorgelesen. Die Bücher „Regenbogenfisch“ und die „Raupe Nimmersatt“ hatte ich aus Deutschland mitgebracht. Sie sind auf Deutsch und Englisch geschrieben. Ich habe immer die Geschichte auf Deutsch vorgelesen und die Erzieherinnen anschließend auf Englisch.

Dann habe ich den Kindern beigebracht auf Deutsch bis zehn zu zählen. Viele Kinder hatten Fragen an mich und wollten auf Deutsch sagen, wie alt sie sind. Ich habe mich über das Interesse sehr gefreut. Und Edwina war auch sehr glücklich.

Im Februar kommt sie in die Primary School, das ist in etwa die Grundschule. Sie liegt hier gleich um die Ecke, so nah, dass wir sie sogar aus unserem Küchenfenster sehen können.

Manche wundern sich vielleicht jetzt: Warum startet die Schule im Februar? Aber das ist hier in Australien normal, da die Jahreszeiten hier auch anders sind. Wenn wir Sommer haben, ist hier Winter. Und der Sommer hier ist im Dezember und Januar. Die Schule beginnt Anfang Februar, also nach den australischen Sommerferien. Das Schuljahr endet kurz vor Weihnachten.Einschulung mit Uniform – aber ohne Schultüte

Eine Einschulung, wie wir sie kennen, gibt es hier nicht. Edwina hat ihre vier Eingewöhnungs-Tage im Oktober und November. In dieser Zeit wird den angehenden Schulkindern die Schule gezeigt und sie lernen die Lehrer und den Direktor kennen. Im Februar fängt die Schule gleich ab dem ersten Tag richtig an.

In der Schule tragen alle Kinder eine Schuluniform. Es ist genau vorgeschrieben wie diese Uniform zu tragen ist. Dazu gibt es einen passenden Ranzen – ohne Muster, Tiere oder Fußballmotive, wie wir sie in Deutschland haben. Außerdem gibt es hier in Australien auch keine Schultüte zur Einschulung. Aber Edwina freut sich trotzdem auf die Schule.

 


 

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