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Erleben : Vom Lavasee auf die Kirchenbühne

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gewitternächte im Zelt und großes Theater – so erleben Jugendliche ein Feriencamp der Kirche im Kreis Schleswig-Flensburg.

Sieben Tage Abenteuer im Zeltlager. Zusammen schlafen, essen, singen und Theater spielen – in unserer Gruppe haben das 15 Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam erlebt. Wir hatten ein Ziel vor Augen: Die große Aufführung am Montag. Dort sollten wir vor den Teilnehmern des Konfirmandencamps spielen.

Im Konfi-Camp Neukirchen kommen gerade in zwei Wochen insgesamt rund 400 Konfirmanden und andere Jugendliche zusammen. Unsere Theatergruppe war in der ersten Woche dabei.

Jeden Tag haben wir viele Stunden Theater geprobt. Aber auch sonst ist einiges passiert. Wir haben gemeinsam das eine oder andere Gewitter in nicht ganz regendichten Zelten überstanden, haben in der Kirche gesungen, gebetet und Spiele gespielt. Besonders am Sonntag nach dem Gottesdienst war eine Menge los. Als Gruppe mussten wir verschiedene Aufgaben an Stationen bewältigen: zum Beispiel einen Lavasee überqueren. Wir hatten dafür zwölf „Platten“ – Bögen aus Papier. Es war nicht ganz einfach, denn die Platten schwammen weg, wenn sie nicht berührt wurden. Wir bildeten eine lange Kette. Es ging nur langsam voran, aber wir unterstützten uns gegenseitig. Paul, der nicht sprechen kann, stand neben Mara. Mara hat sehr genau darauf geachtet, dass Paul mitkommt.

Später hatte Sabrina Heimweh. Sie saß ein wenig abseits der Gruppe und weinte. Zwei Mädchen sahen, dass sie traurig ist. Sofort gingen Mara und Floriane auf sie zu und nahmen sie in den Arm. „Sabrina, was ist denn los?“, sagte Floriane. Sabrina zögerte. Doch nach einigen weiteren aufmunternden Worten gingen die drei Mädchen Arm in Arm nach oben und lachten gemeinsam.

Der Höhepunkt unserer Woche war der Auftritt in der Kirche – nach all den langen, anstrengenden Proben. Die Generalprobe lief ein wenig holprig. Nach fünf langen Tagen und sehr kurzen Nächten waren wir alle ziemlich müde. Als dann aber die anderen Bewohner des Konfi-Camps alle in der Kirche saßen, wurden wir wach. Wir hatten Angst, dass etwas schief gehen würde oder dass die Zuschauer uns auslachen könnten.

Unsere Sorgen waren unbegründet! Wir spielten besser als in jeder Probe. Die Zuschauer lachten viel. Zum Beispiel als Kevin einen Lehrer spielte. Seine Schüler mussten aufstehen und sich wieder hinsetzten. Und noch einmal und noch einmal bis er einen Test angekündigte, der sogleich geschrieben wurde.

Am Ende tanzten wir durch die Kirche und die Zuschauer tanzten mit uns. Die Musik wurde leiser und wir versammelten uns vor dem Altar. Die Zuschauer klatschten begeistert, während wir uns verbeugten und die Kirche erschöpft, aber glücklich verließen. Das waren unsere sieben Tage Abenteuer im Zeltlager. Ein großer Spaß.

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erstellt am 21.Aug.2015 | 01:08 Uhr

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