Sport : Voltigieren ist Teamarbeit

Torben Jacobs zeigt bei einer Vampir-Kür sein Talent mit seiner Kollegin Pia Engelberty.
Torben Jacobs zeigt bei einer Vampir-Kür sein Talent mit seiner Kollegin Pia Engelberty.

Torben Jacobs (26) ist darin Deutscher Meister und erzählt, worauf es bei der Akrobatik auf einem Pferderücken ankommt.

shz.de von
27. August 2018, 18:11 Uhr

Handstand, Flickflack und freihändig stehen – und das alles auf einem Pferd! Klingt abgefahren. Torben Jacobs ist darin sehr gut und fliegt bald zu den Weltreiterspielen in die USA. Zuvor erzählte er den dpa-Kindernachrichten aber noch etwas über seinen Sport.

Um was geht es beim Voltigieren genau?

Im Prinzip ist es ein Mix aus Turnen, Tanz und Akrobatik – nur eben auf einem Pferd, das galoppiert. In der Mitte steht noch der Longenführer, der das Pferd in einem Kreis um sich herum bewegt. Er achtet darauf, dass das Pferd so gleichmäßig wie möglich galoppiert.

Wie kommt man zu dieser Sportart?

Bei mir war das eher Zufall. Ich glaube, das ist bei vielen so. Ich komme eigentlich aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Bremen und habe dort als Kind im Verein Fußball gespielt.

Irgendwie wollte ich noch etwas anderes machen. Über eine Klassenkameradin meines Bruders kam ich dann zum Voltigieren. Ihre Mutter war Trainerin im Verein und sie meinte: Komm doch einfach mal vorbei, wenn du was ganz anderes ausprobieren willst.

Was macht Voltigieren so spannend?

Bei unserem Sport hängt es nicht nur davon ab, dass du selber gut bist, sondern auch vom Pferd. Mit dem musst du gut klarkommen und harmonieren. Außerdem braucht man einen guten Longenführer. Selbst wenn man einzeln voltigiert, ist das also Teamarbeit.

Sind das besondere Pferde, mit denen ihr voltigiert?

Eigentlich sind das ganz normale Pferde. Aber so ein Voltigier-Pferd braucht natürlich ein entsprechendes Gemüt. Es muss das Voltigieren auf dem Rücken zulassen. Natürlich sucht man auch Pferde aus, die kräftig genug sind. Denn sie müssen das Gewicht von bis zu drei Leuten tragen können.

Tut das den Pferden nicht weh?

Nein, die Pferde bekommen eine spezielle Ausrüstung. Auf dem Rücken haben sie ein Pad (ausgesprochen Päd) liegen, das ist meistens aus Filz oder Schaumstoff. Darunter kann man zusätzlich ein Gelkissen legen, das den Druck dann noch mal besser verteilt. Außerdem werden die Gurte auf die Pferde angepasst, sodass es keine Druckstellen gibt. Außerdem trainieren die Pferde. Die Tiere sind also ebenfalls Leistungssportler wie wir.

Wie sieht das Training von euch Sportlern genau aus?

Da gehört viel dazu. Wir verbringen die wenigste Zeit in der Reithalle. Meistens nur etwa eine Dreiviertelstunde, mit Aufwärmen und Abtraben.

Stattdessen sind wir viel im Turnraum und machen dort Fitness, Gymnastik und Akrobatik. Daneben üben wir auf einem Holzpferd, das die Pferdegaloppade nachahmt, sich also bewegt. Darauf trainieren wir alles, was wir später auf dem richtigen Pferd machen wollen.

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