zur Navigation springen

Landtagswahl : Viktor und Wiebke gehen wählen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

16-Jährige dürfen am Sonntag schon bei der Landtagswahl mitmachen. Jüngere Schüler üben bei der Juniorwahl.

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2017 | 01:57 Uhr

Wer wählt, bestimmt mit, wie das Land regiert wird. Auch Viktor ist dabei, wenn Schleswig-Holstein am Sonntag abstimmt. Viktor geht in die neunte Klasse der Domschule in Schleswig und ist 16 Jahre alt. Dass 16-Jährige wählen dürfen, ist neu. Die letzte Landtagswahl in unserem Land im Jahr 2012 war noch für Bürger ab 18 Jahren.

„Ich finde es gut, dass ich jetzt wählen kann. Das ist aber auch eine ganz schön große Verantwortung“, sagt Viktor. Anfangs wusste er gar nicht so richtig, wie das alles abläuft und wie er eine Partei findet, die in seinem Sinn Politik macht.

Glücklicherweise macht seine Schule beim Schulprojekt Juniorwahl mit. An der Domschule haben die Schüler das Projekt selbst in die Hand genommen. Zehn Elftklässler haben sich freiwillig gemeldet, um die anderen Schüler der Klassen 9 bis 11 zu informieren.

Schritt 1: Wahlbenachrichtigung

„Zunächst bekommen alle Schüler eine Wahlbenachrichtigung“, berichtet Moritz P. Das ist genau wie bei der echten Wahl. Denn alle Wähler erhalten so einen Brief, in dem steht, dass sie wählen dürfen und wann und wo sie das tun können.

Schritt 2: Information

Dann sollen sich die Wähler natürlich informieren. Bei der Juniorwahl helfen die Freiwilligen dabei. „Wir haben erstmal eine Wahl simuliert, damit die Schüler wissen, wie sie die Stimmzettel ausfüllen“, sagt Karsten.

Zwei Stimmen darf jeder Wähler vergeben. „Die Erststimme ist für einen Kandidaten aus dem eigenen Wahlkreis. Wer die meisten Stimmen in seinem Wahlkreis hat, bekommt ein Direktmandat im Landtag“, erklärt Kim Lukas. Die zweite Stimme ist für eine Partei, die man gut findet.

Die Parteiprogramme sind allerdings sehr lang und nicht jeder schafft es, alles zu lesen. „Deshalb haben wir uns die Programme vorgenommen und versucht, so neutral wie möglich die Parteien vorzustellen“, berichtet Frederike. Die Schüler haben zum Beispiel festgestellt, dass alle Parteien soziale Gerechtigkeit wollen, aber jede etwas anderes darunter versteht. „Die Infos wurden auch in Kurzform in den Klassen ausgehängt. Das hilft mir bei meiner Entscheidung“, sagt Viktor.

Schritt 3: Die Wahl

„Wir haben ein Wahllokal in der Schule aufgebaut“, erzählt Karsten. Die Freiwilligen opfern die ganze Woche ihre Pausen, damit jeder Mitschüler die Chance hat mitzuwählen. Auch die Neuntklässlerin Wiebke ist dabei. Sie darf am Sonntag noch nicht wählen, weil sie erst 15 Jahre alt ist. „Aber ich finde es gut, dass ich dann bei meiner ersten Wahl schon wissen werde, worum es geht“, sagt Wiebke. Sie legt ihren Ausweis vor. Moritz H. hakt Wiebke auf dem Wählerverzeichnis ab. So wird sichergestellt, dass niemand doppelt wählt. Das wäre unfair. Hendrik reicht Wiebke ihren Stimmzettel. Dann geht sie in die Wahlkabine, damit keiner sehen kann, für wen sie ihre beiden Stimmen abgibt. Sie faltet ihren Stimmzettel und wirft ihn durch den schmalen Schlitz in der Wahlurne.

Schritt 4: Auszählung

Heute Mittag ist die Juniorwahl zu Ende und die Wahlhelfer an der Domschule werden die Stimmen auszählen und an die Organisations-Website www.juniorwahl.de weitergeben. Damit diese Abstimmung die Landtagswahl nicht beeinflusst, werden die Ergebnisse dort aber erst ab Sonntagabend, 18 Uhr, zu sehen sein. Denn dann schließen die echten Wahllokale. Und dann zeigt Viktor nicht nur mit seinen Stimmen in der Jugendwahl, was die jungen Menschen im Land wählen würden. Sondern er wird auch bei der „großen“ Wahl mit seinen beiden Kreuzen die Verteilung der Sitze im Landtag mitbestimmt haben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen