Sport : Vier Sportarten – ein Wettkampf

Jane und Felix trainieren regelmäßig in der Reithalle in Großenwiehe. Mit dabei sind ihre Pferde London Time (links) und Douglas Green.
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Jane und Felix trainieren regelmäßig in der Reithalle in Großenwiehe. Mit dabei sind ihre Pferde London Time (links) und Douglas Green.

Jane und Felix sind nicht nur gute Reiter, sondern auch in Laufschuhen und Schwimmzeug ganz vorne mit dabei.

shz.de von
20. Mai 2015, 01:13 Uhr

Dicke Regentropfen poltern auf das Dach der Reithalle. „Beine mehr zusammen, Jane. Ja, sehr schön!“, ruft Kurt Carstensen gegen den Wetterlärm. Auch für seinen Sohn hat er einen Tipp: „Felix, Zügel strammer halten! Jawoll, so ist es richtig!“

Jane (13) und Felix (15) reiten durch die Halle. Der Mann, der ihnen Anweisungen gibt, ist Felix Vater – und ihr Trainer. Er achtet zum Beispiel darauf, dass sie eine gute Haltung auf den Pferden haben. Das Springreiten fällt heute aus, denn es regnet in Strömen.

Die Jugendlichen trainieren für den Vierkampf. Das ist ein Wettbewerb bei dem die Sportler in vier Disziplinen gegeneinander antreten. Dazu zählt Laufen, Schwimmen, Dressur- und Springreiten.

Ein bis zwei mal pro Woche trainiert Jane aus Risum-Lindholm. „In den Wintermonaten ist das Laufen echt hart. Bei Schnee ist das nicht angenehm“, findet die Dreizehnjährige. „Beim Schwimmen musst du nur einmal hin und zurück. Aber das Laufen, das dauert so lange. Reiten ist toll, das mache ich fast täglich“, sagt sie und grinst.

Doch auch das Lauftraining ist wichtig, denn der Crosslauf über drei Kilometer gehört zum Vierkampf. Dabei laufen die Sportler über verschiedene Böden. Dabei geht es dann in den Wald, über Hügel, durchs Gras und auf Schotterwege.

Ganz im Gegensatz zu Jane läuft Felix am liebsten. Reiten mag der Junge aus Großenwiehe natürlich auch. Aber wie oft er aufs Pferd steigt, hängt von seinen Schulaufgaben ab.

„Unsere Pferde haben einen tollen Charakter. Sie sind sehr personenbezogen“, sagt Jane. Douglas Green ist ihr absoluter Favorit. Denn er ist einfach ein Alleskönner. London Time ist das Dressur-Pferd. „Aber es springt nicht. Dafür haben wir Quent“, erklärt Jane. „Er ist das Springpferd.“

Doch die Vierkämpfer müssen auf allen Pferden reiten können, denn im Wettbewerb bekommen sie auch fremde Tiere zugelost. Jedes Jahr treten sie einmal als Landesteam für Schleswig-Holstein und Hamburg gegen 13 weitere Teams an – gerade im April war es wieder soweit.

Und wie sieht es mit Lampenfieber aus? „Nö“, meint Felix cool. In seiner Klasse in Schafflund ist er der beste im Sport. „Man ist die Aufregung schon irgendwie gewohnt“, sagt Jane. Sie geht zur Friedrich-Paulsen-Schule in Niebüll und ist auch eine der besten im Sportunterricht.

Doch es zählt nicht nur die Leistung, sondern der Sportsgeist, sagt Jane: „Thüringen wird jedes Jahr Letzter – aber sie machen immer wieder mit, das finde ich toll! Und Schleswig-Holstein ist immer die größte Truppe. Und wir können am längsten feiern“, sagt Jane. Aber nicht deshalb haben sie diesmal Bronze bekommen – sondern weil sie bei jedem Wetter trainieren und deshalb Leistung zeigen.

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