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GEschichte : Viel Platz für den Steinzeit-Menschen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Unsere Vorfahren wohnten vor mehreren Tausend Jahren in riesigen Häusern.

Simon Matzerath zeigt auf ein Haus aus dicken Baumstämmen. Daneben, auf einer hohen Leiter, steht ein Mann. Er versucht, das Dach aus Baumrinde zu befestigen. Die Rinde hat er dafür in viereckige Stücke geschnitten. Mit einer Schnur knotet er die Stücke nun aneinander. So lange, bis daraus ein ganzes Dach entsteht. „Das Haus ist sechs Meter breit, sechs Meter hoch und 45 Meter lang“, sagt Simon Matzerath. Was? 45 Meter lang? Das kann doch gar nicht sein!

Solche Häuser haben die Menschen vor mehrere Tausend Jahren gebaut.

In der Steinzeit. Experten aus einem Museum in der Stadt Bonn bauen gerade eines nach. Bonn liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Dort gibt es eine große Ausstellung über die Menschen der Steinzeit und ihre Lebensweise.

Das nachgebaute Haus vor dem Museum zeigt zum Beispiel, wie die Menschen damals gewohnt haben. Denn vor mehr als 7000 Jahren passierte in Europa etwas extrem Wichtiges. „Etwas, das auch Folgen für unser heutiges Leben hatte. Und noch immer hat“, sagt der Fachmann. Die Menschen begannen, sesshaft zu werden! Viele Tausend Jahre lang lebten sie als Jäger und Sammler. Sie zogen umher und ernährten sich vor allem von der Jagd. Das änderte sich nun: Die Menschen ließen sich an festen Orten nieder. Sie begannen, Getreide anzubauen. Sie hielten Tiere wie zum Beispiel Schweine, Rinder, Ziegen und Schafe. Und sie errichteten riesige Häuser!

Warum die Menschen aber so riesige Häuser bauten, darüber rätseln die Forscher noch. Sie glauben, dass nur etwa zehn Leute in so einem Haus zusammenwohnten. Sicher wurden in den Häusern auch Vorräte aufbewahrt und im Winter das Vieh untergestellt.

Das Leben an einem festen Ort brachte viele Veränderungen mit sich.

Zum Beispiel entstand so etwas wie ein Tagesablauf. Man musste sich nun um die Tiere kümmern und um das Getreide. Man musste dafür sorgen, dass die Ernte gut ausfiel. Das bedeutete einerseits mehr Arbeit. Andererseits aber auch mehr Nahrung. „Denn die Menschen konnten nun Vorräte anlegen“, erklärt der Experte. Dadurch konnten wiederum mehr Menschen ernährt werden und die Bevölkerung begann zu wachsen. „Damals begannen aber auch viele Probleme, die wir heute noch haben“, verrät Simon Matzerath. Die Menschen begannen zum Beispiel, die Landschaft zu verändern, indem sie Bäume fällten. „Man könnte sagen, damals nahm die Umweltzerstörung ihren Anfang“, erklärt der Fachmann. Und noch etwas entstand: Die Menschen hatten plötzlich Besitz. Einige besaßen mehr, andere besaßen weniger. Das führte natürlich auch zu Streit. So wie das auch heute auch noch oft ist.

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erstellt am 29.Nov.2015 | 17:58 Uhr

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