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Kindernachrichten

21. November 2017 | 18:44 Uhr

Halloween : Vampir ohne Zähne

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Er umschlingt andere Pflanzen, zapft sie an und saugt ihnen Wasser und Nährstoffe aus: Der Teufelszwirn ist ein Parasit.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2017 | 01:26 Uhr

Vampire haben es auf Blut abgesehen! Sie tauchen in vielen Grusel-Geschichten auf, gerade jetzt in der Zeit vor Halloween. In Wirklichkeit existieren solche Vampire natürlich nicht. Es gibt aber eine Pflanze, die verhält sich so ähnlich wie ein Vampir: Sie fällt über andere Pflanze her, umschlingt sie und saugt ihnen Wasser und wichtige Nährstoffe aus.

Der Name dieser unheimlichen Pflanze ist Seide – oder auch Teufelszwirn. „Die Pflanze ist ein Parasit. Das bedeutet, sie braucht andere Pflanzen, um überleben zu können“, erklärt der Forscher Ralf Kaldenhoff. Der Teufelszwirn selbst besitzt nämlich keine Wurzeln – und keine Blätter.

Deshalb kann er auch so gut wie keine Fotosynthese betreiben. Das ist ein sehr wichtiger Vorgang für Pflanzen: Normalerweise nehmen sie den Stoff Kohlenstoffdioxid aus der Luft auf und wandeln ihn um. Dabei entstehen Sauerstoff und Zucker. Das brauchen Pflanzen, um wachsen zu können.

Der Teufelszwirn kann das nicht. „Deshalb muss er andere Pflanzen anzapfen“, verrät der Experte. Und das funktioniert so: Der Teufelszwirn umschlingt die andere Pflanze. Dann produziert er einen besonderen Stoff, ein Angriffs-Enzym. Das weicht die Haut der anderen Pflanze auf. „Nun kann der Teufelszwirn eine Art Wurzeln in die Pflanze bohren und die Wasser- und Nährstoffleitungen anzapfen“, erklärt der Experte. Mithilfe dieser Wurzeln hält sich der Teufelszwirn außerdem an seinem Opfer fest und kann weiter nach oben ranken.

Ralf Kaldenhoff und seine Kollegen haben aber etwas gefunden, das den Teufelszwirn fernhält. Die Forscher bekämpfen die Pflanze sozusagen mit ihrer eigenen Waffe: dem Angriffs-Enzym. „Das Enzym ist nicht immer aktiv. Es wird durch einen bestimmten Stoff blockiert“, erklärt Ralf Kaldenhoff. Es kommt also nur dann zum Einsatz, wenn der Teufelszwirn es braucht.

Diesen Blockade-Stoff haben die Forscher entdeckt und vom Rest der Vampir-Pflanze getrennt. Dann haben sie damit die anderen Pflanzen eingesprüht. Und siehe da, es hat funktioniert. Der Stoff wirkte wie eine Art Schutzschicht.

Der Teufelszwirn konnte sich nicht mehr in die Pflanzen bohren. Dadurch konnte er sich auch nicht mehr an ihnen festhalten. Dem Vampir wurden quasi die Zähne gezogen.

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