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Umwelt : Tyler, Jorick und Lia entdecken die Salzwiese

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit dem Fernglas auf der Hamburger Hallig

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2017 | 01:28 Uhr

Tyler (10) schaut durchs Fernglas. „Da sind sie. Vier Vögel sitzen da auf der kleinen Insel“, sagt er. Tyler ist Junior-Ranger im Nationalpark Wattenmeer. Und er hat gerade ganz kuriose Vögel gesichtet: die Säbelschnäbler, die mit ihren krummen Schnäbeln im Watt nach Würmern und kleinen Krebstieren stochern. Jorick (12) hakt den Vogel auf der Sichtungsliste ab.

Tyler ist mit den anderen Junior-Rangern von Nordstrand auf die Hamburger Hallig gefahren, um die Tiere und Pflanzen auf den Salzwiesen zu beobachten. „Die Salzwiesen sind ein ganz besonderer Lebensraum“, erklärt Silke Ahlborn, die die Junior-Ranger im Nationalpark Wattenmeer betreut. Diese Wiesen heißen so, weil sie immer wieder vom salzigen Meerwasser der Nordsee überspült werden. Die Hamburger Hallig besteht fast nur aus Salzwiese – das unterscheidet ja die Halligen von den Inseln, dass dort immer wieder bei starker Flut „Land unter“ ist. Nur besondere Pflanzen und Tiere fühlen sich hier wohl. Schließlich können die meisten Lebewesen nur sehr wenig Salz vertragen, denn es trocknet den Körper aus.

Der Säbelschnäbler findet hier in den feuchten Wiesen aber viel Futter und auch ein geschütztes Plätzchen, um seine Eier auszubrüten. Denn Raubtiere, die ihm gefährlich werden können, sind hier sehr selten. Und auch die jungen Ranger passen auf, dass sie den brütenden Tieren im Naturschutzgebiet nicht zu nahe kommen.

 

Auch die Ringelgans fühlt sich auf den Salzwiesen sehr wohl. Hier findet sie Schutz und viel Gras. Denn sie hat eine lange Reise vor: Gerade starten die schwarzen Vögel mit dem weißen Ring am Hals zum Flug nach Sibirien. 4000 Kilometer weit ist ihr Weg dorthin. Und sie machen kaum Pausen.

 

„Schaut mal, was ich hier habe: Gänsekacke!“, ruft Silke. Sie trägt sie auf der flachen Hand. „Das ist gar nicht eklig. Brecht sie mal auf.“ Als die Junior Ranger den Kot auseinandernehmen, kommt grünes Gras zum Vorschein. „Das Gras ist nicht sehr nahrhaft. Das meiste kommt wieder heraus. Deshalb müssen die Ringelgänse für ihren Flug Unmengen davon fressen“, erklärt Silke. Und gerade in dem Moment fliegen ein paar Ringelgänse vorbei.

 

Während auch die Junior Ranger weiterziehen über die Hallig finden sie hübsche kleine, rosa Strandgrasnelken. Und am Fuß der Nelken wächst der Strandwermut.

 

Lia (7) schnuppert am Wermut. „Das riecht ja lecker!“. Es ist ein würziges Kraut, das die Menschen früher als Mittel gegen Motten in die Schränke gelegt haben. Die Blätter des Strandwermuts haben einen dichten Pelz, der sie davor schützt, Wasser zu verdunsten. Die helle Farbe reflektiert zudem die Sonne. So muss die Pflanze nur wenig Wasser aufnehmen. Das Salz, das sie mit dem Wasser aufnimmt, gibt die Pflanze ab, indem sie es in alte Blätter einlagert und abwirft.

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