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Kindernachrichten

21. November 2017 | 07:35 Uhr

hobby : Tobi hebt ab

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein 15-jähriger Pilot? Das gibt es tatsächlich. Mit Segelfliegen kann man schon früh anfangen.

shz.de von
erstellt am 24.Sep.2015 | 01:33 Uhr

Man sieht es ihm nicht an, aber Tobi kann fliegen! Ohne Quatsch! Viele hundert Meter hoch, ganz allein, manchmal länger als eine Stunde und alles ohne einen Motor.

Warum? Weil er mutig ist und weil das sein großer Traum ist: Fliegen. „Eigentlich wollte ich das schon seit der zweiten Klasse“ sagt Tobi. Er möchte Pilot werden, da ist sich der 15-Jährige aus Henstedt-Ulzburg ganz sicher.

Angefangen hat sein großer Traum vom Fliegen mit Modellflugzeugen und Flugsimulatoren, die sich Tobi über die Jahre gewünscht oder zusammengespart hat. Vor gut zwei Jahren dann erzählte ihm seine Mutter von dem Sohn ihres Chefs, der in seiner Freizeit Segelflieger ist. Ob Tobi das auch interessierte und sie ihn mal auf dem Flugplatz besuchen sollen? – Ja klar!

Auf dem Flugplatz bei Aukrug durfte er dann nicht nur zuschauen. Beim „Schnupperflug“ mit einem erfahrenen Piloten erlebte er zum ersten Mal das lautlose Gleiten eines Segelfliegers in großer Höhe und das aufregende Gefühl beim Start und beim Kreisen zwischen den Wolken.

Als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte, sah Tobi unten auf dem Flugplatz auch einige Jugendliche. „Die machen hier ihren Flugschein“, erklärte man ihm, und dass er auch mit der Ausbildung anfangen kann, sobald er 14 Jahre alt ist.


Den Fallschirm hat Tobi noch nie gebraucht

Das war vor zwei Jahren. Heute hat Tobi schon mehr als die Hälfte auf seinem Weg zum „Privat-Piloten“ hinter sich. „Mir macht es nix aus, dass ich hier der Jüngste bin. Es gibt andere, die sind zwar älter, aber in ihrem Flug-Unterricht noch nicht soweit wie ich. Außerdem sind alle supernett!“ Seit einem Jahr macht Tobi nun schon seine Ausbildung zum Segelflieger. Um seine Flugstunden bezahlen zu können, trägt er Zeitungen aus.

 

Bei den praktischen Flug-Stunden schaut sein Ausbilder heute nur noch vom Boden aus zu. Tobi ist dann ganz allein in bis zu 1000 Meter Höhe und hält nur per Funk Kontakt mit seinem Lehrer. Für den Notfall hat Tobi beim Fliegen immer einen Fallschirm auf dem Rücken, aber den hat in Aukrug zum Glück noch nie einer gebraucht.


Beim Fliegen lernt man sogar Physik

Tobi lernt während seiner Ausbildung viel über Physik und Risikoabschätzung, wie man das Wetter beobachten muss und sich in Gefahrensituationen verhält. „Man muss über Vieles nachdenken, wenn man in der Luft ist“, erzählt Tobi. Piepende Barometer, Höhenmesser und das Steuerruder erfordern seine volle Aufmerksamkeit. Dennoch ist es für Tobi das tollste Gefühl auf der Welt, da oben zu sein. Der Kick ist, das Flugzeug immer noch etwas länger in der Luft zu halten und so die Zeit seines bisher längsten Fluges zu toppen. „Ich kenn Aukrug jetzt schon besser von oben als von unten“, sagt er und lacht.

Wenn Tobi mal nicht in der Luft ist und auf das Ausbildungsflugzeug wartet, dann ist er Starthelfer oder er darf mit dem vereinseigenen Auto die gelandeten Flieger zurück zum Startplatz ziehen. So hat er neben dem Fliegen gleich auch noch das Autofahren gelernt.

Ob Tobi manchmal Angst hat? Schon lange nicht mehr! Aber Respekt und den will er sich auch bewahren, wenn er später einmal Berufspilot ist. Dass dieser Traum wahr wird, daran glaubt Tobi ganz fest.

 

 

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