Umwelt : Tiere nutzen Plastikmüll als Floß

Der Biologe John Chapman untersucht ein angespültes japanisches Boot am Strand von Long Beach (USA).
Der Biologe John Chapman untersucht ein angespültes japanisches Boot am Strand von Long Beach (USA).

shz.de von
29. September 2017, 01:20 Uhr

Was macht denn diese Muschel hier? Das haben sich wohl Forscher an der Westküste des Landes USA gefragt. Sie entdeckten dort Fische, Muscheln, Schnecken, Würmer, Krebse und Algen, die eigentlich aus einer anderen Ecke der Welt kommen, aus Japan.

Woran liegt das? Im Jahr 2011 gab es vor der Küste des Landes Japan ein starkes Seebeben. Es verwüstete Häfen, die Küste und vieles mehr. Viele Gegenstände, aber auch ganze Schiffe oder kleine Dinge aus Plastik wurden ins Meer gezogen. Sie trieben davon. Im Meer setzten sich Lebewesen daran fest.

Forscher haben diese Tiere und Algen aus Japan einige Jahre später in Amerika entdeckt. Sie stellten fest: Die Lebewesen waren mehrere Tausend Kilometer gereist. Und sie hatten nicht nur überlebt, sondern sich unterwegs auch noch vermehrt. „Wir hätten nie gedacht, dass sie so lange leben, unter diesen rauen Bedingungen“, sagte einer der Wissenschaftler.

Forscher rechnen damit, dass solche Reisen in Zukunft häufiger vorkommen. In unseren Meeren schwimmt viel Plastikmüll, der als Floß genutzt werden kann. Plastik zersetzt sich nicht. Außerdem gibt es durch den Klimawandel heftigere Stürme, die den Müll vorantreiben.

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