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Geld : Tausche Apfel gegen Käsebrot

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wozu braucht man Geld, wenn man doch einfach auch Dinge tauschen könnte? – Kina erklärt die Wirtschaft mit Hilfe der Universität Flensburg.

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2014 | 01:42 Uhr

„Käse oder Salami?“ fragt sich Simon, als er die beiden dick belegten Brote in seiner Pausendose betrachtet. Jeden Morgen schmiert sein Vater ihm und seiner Schwester Lara die Brote und verpackt sie sorgfältig, so dass die beiden Geschwister ihre Verpflegung nur noch vom Küchentisch wegnehmen müssen.

Die Brote schmecken fantastisch, weshalb Simon immer Schwierigkeiten hat zu entscheiden, welches Pausenbrot er zuerst vertilgen soll. „Wenn ich jetzt das Käsebrot nehme, dann hab ich für die große Pause nachher noch das mit Salami über“, denkt sich Simon, greift die Käsestulle und schlendert raus auf den Pausenhof der Schule.

Da bemerkt er einen großen, roten Apfel in der Hand seines Klassenkameraden Niklas, der verträumt bei der Tischtennisplatte steht. „Jetzt ein Apfel – lecker!“, denkt sich Simon. Als Niklas gerade genüsslich in das Obststück beißen will, schallt es über den Pausenhof: „Hey Niklas. Warte mal!“, Simon kommt auf ihn zugelaufen. „Einen leckeren Apfel hast du da – willst du den vielleicht gegen mein Käsebrot tauschen?“ Niklas überlegt kurz und willigt dann ein – ein guter Tausch für beide: Simon hat sein Käsebrot abgegeben und bekommt dafür einen saftigen Apfel. Niklas hingegen freut sich über das ertauschte Pausenbrot.

Während die beiden ihre Pausenmahlzeit verputzen, kommt Simon ein Gedanke: „Dinge zu tauschen ist total praktisch. Man könnte doch einfach in einen Laden gehen und etwas, das man besitzt, gegen eine andere Sache tauschen, die man gerade braucht. Dann muss man auch nicht dieses klimpernde Kleingeld, das mir immer aus den Löchern in der Hosentasche fällt, mit sich herumschleppen.“ „Stimmt“, sagt Niklas, „warum brauchen wir überhaupt Geld? Geht doch auch so.“

Das Tauschgeschäft von Simon und Niklas und deren anschließende Unterhaltung hat zufällig die Pausenaufsicht, Herr Gutbier, mitbekommen:
„Schön wär’s“, lächelt Herr Gutbier und tritt auf die beiden Jungen zu. „Bei solchen kleineren Tauschgeschäften, wie bei dem Pausenbrot und einem Apfel, ist das sicherlich möglich, schwierig wird es aber, wenn du dein Pausenbrot gegen etwas tauschen möchtest, das viel wertvoller ist: Zum Beispiel ein Fahrrad.“

„Aber dann tausch ich ja auch etwas Größeres gegen das Fahrrad ein! Wer würde denn schon sein Fahrrad gegen ein Käsebrot tauschen?“, sagt Simon, und Niklas muss bei dem Gedanken kichern. „Das kann aber eine Weile dauern, bis du etwas gefunden hast, das dein Handelspartner im Tausch für sein Fahrrad akzeptiert“, antwortet Herr Gutbier. „Und deshalb gibt es so etwas Praktisches wie Geld: Das wird nämlich von den meisten Menschen als Zahlungsmittel akzeptiert und erspart dir damit die lange Suche nach einem geeigneten Tauschgegenstand.“ „Und wenn man niemanden zum Tauschen findet, dann kann man das Geld einfach behalten und später gegen etwas tauschen“, überlegt Simon. „Genau. Geld ist eine Art Wertspeicher. Das heißt, du kannst dein Geld auch in der Spardose zu Hause aufbewahren und dir später etwas dafür kaufen. Dein Käsebrot wäre dann schon lange verschimmelt.“

„Okay, das stimmt. Geld ist wichtig, aber an manchen Tagen, so wie heute, ist es auch praktisch, einfach ein Pausenbrot zu haben", lacht Simon.
 

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