Geld : Taschengeld – so verhandelst du richtig

mehr taschengeld

Eltern um mehr Geld bitten – das ist gar nicht so einfach.

shz.de von
21. Januar 2015, 01:52 Uhr

„Es ist schwierig, jemanden zu überzeugen, freiwillig mehr Geld herauszurücken“, sagt Jürgen Hesse. Er berät Menschen, die mit ihren Chefs über mehr Gehalt verhandeln. „Über Taschengeld zu reden, ist noch schwieriger“, findet er. Denn Kinder sollen das Taschengeld von ihren Eltern einfach so bekommen – ohne etwas dafür zu leisten. Trotzdem hat er drei Tipps.

ERSTENS: „Das Wichtigste ist, den richtigen Zeitpunkt abzupassen“, sagt Jürgen Hesse. „Wenn ihr über mehr Taschengeld verhandelt, sollten die Eltern richtig gut drauf sein.“ Bloß nicht von mehr Geld anfangen, wenn die Eltern gerade Krach haben. Oder wenn eine dicke Rechnung ins Haus geflattert ist. „Dann sind sie sicher nicht in Spendierlaune“, sagt Jürgen Hesse.

ZWEITENS: Man sollte sich gut vorbereiten. „Informiert euch vorher, wie viel Taschengeld andere Kinder bekommen. Wenn ihr ohnehin schon viel mehr bekommt als andere, solltet ihr im Gespräch nicht allzu fordernd auftreten“, sagt Jürgen Hesse. „Wenn all eure Freunde mehr bekommen als ihr, könnt ihr eure Eltern darauf hinweisen.“ Es kann auch nützlich sein, sich schlauzumachen, was Fachleute sagen. Zum Beispiel in der Taschengeld-Tabelle. „Aber man muss natürlich auch bedenken, wie viel Geld die Eltern haben“, sagt Jürgen Hesse. „Wenn sie gerade sparen müssen, kann man nicht so viel verlangen, als wenn sie vielleicht drei neue Autos vor der Tür haben.“

DRITTENS: In dem Gespräch selbst immer sehr freundlich sein. „Es ist ganz wichtig, dass die Stimmung entspannt bleibt“, sagt Jürgen Hesse. Wer losmeckert und Sätze loslässt wie: „Ich will sofort mehr Taschengeld. Sonst räume ich nie wieder die Spülmaschine ein“, der hat schlechte Chancen. „Setzt die Eltern nicht unter Druck, sonst wollen sie gegenhalten und könnten euch zeigen, wer die Stärkeren sind“, rät Jürgen Hesse.

Selbst wenn die Eltern zu einer Taschengeld-Erhöhung „Nein“ sagen, solltet ihr nicht beleidigt abziehen. Sondern freundlich klarmachen, dass ihr euch nicht damit abfindet, ihnen aber Aufschub gewährt. Jürgen Hesse empfiehlt dafür zum Beispiel diesen Satz zum Abschluss: „Ich freue mich, dass wir schon einmal so offen über das Thema Taschengeld sprechen konnten. Denkt doch noch einmal darüber nach. In ein paar Wochen reden wir weiter.“

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